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31.01.2018

Die christlichen Kirchen vor der Herausforderung »Europa« – Abschluss des von IEG und JGU Mainz getragenen DFG-Graduiertenkollegs
Das im November 2008 gemeinsam von der Johannes Gutenberg-Universität (JGU Mainz) und dem Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) beantragte und von der DFG geförderte Graduiertenkolleg »Die christlichen Kirchen vor der Herausforderung ›Europa‹ (1890 bis zur Gegenwart)« kommt nach insgesamt neunjähriger Laufzeit zum Abschluss. Aus diesem Anlass findet vom 14.–16. Februar 2018 ein Symposium in den Räumen des Erbacher Hofs, Akademie des Bistums Mainz, statt. Im Rahmen dieser Tagung erörtert eine hochkarätig besetzte öffentliche Podiumsdiskussion »Die Haltung der Kirchen zu den gegenwärtigen Grundlagen Europas« (15.2.2018, 19.30 Uhr).

Sein Hauptaugenmerk legte das im April 2009 gestartete Graduiertenkolleg (GRK) auf die Frage, wie sich kirchlich eingebundene bzw. ausgerichtete Akteure und Gruppen mit ihren Werten, Zielen und Anliegen in den Europäischen Einigungsprozess einzubringen versuchten und welche Rückwirkungen und Reaktionen dieser auslöste. Das For-schungsprogramm setzte folgende drei Schwerpunkte:
1. Die Kirchen und der Europadiskurs – kirchliche Positionierungen in der Zwischenkriegszeit und seit dem Zweiten Weltkrieg
2. Öffentlichkeit und Handlungsräume: Wege – Medien – Akteure
3. Kirche und gesellschaftliche Verantwortung in Europa und in der Welt: Werte und ethische Konzeptionen

Im Rahmen des interdisziplinär und international ausgerichteten GRK wurden 24 Doktorandinnen und Doktoranden sowie 4 Postdoktorandinnen und Postdoktoranden gefördert, 15 Projekte wurden abgeschlossen, 9 Kollegiatinnen und Kollegiaten stehen kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion. Neben den Dissertationen dokumentieren drei unter dem Titel »Die europäische Integration und die Kirchen« erschienene Bände die Forschungsergebnisse des GRK (publiziert in der Reihe »Veröffentlichungen des Instituts für europäische Geschichte« im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht). An dem GRK beteiligt waren Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer unterschiedlichster Disziplinen der Jo-hannes Gutenberg-Universität Mainz sowie der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Universität Zürich. Sprecher bzw. Sprecherin waren zunächst Prof. Dr. Heinz Duchhardt (ehemaliger Direktor des IEG), sodann – nach seiner Emeritierung – Prof. Dr. Irene Dingel (Direktorin des IEG). Die Fördersumme belief sich auf insgesamt 4,8 Millionen Euro.

Graduiertenkollegs sind Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Sie werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für maximal neun Jahre gefördert. Internationale Graduiertenkollegs ermöglichen eine gemeinsame Doktorandenausbildung von einer Gruppe an einer deutschen Hochschule und einer Partnergruppe im Ausland. Im Mittelpunkt stehen die Qualifizierung von Doktorandinnen und Doktoranden im Rahmen eines thematisch fokussierten Forschungsprogramms sowie ein bilateraler Austausch der Nachwuchswissenschaftler.