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Politischer Hesychasmus in den Donaufürstentümern (15./16. Jahrhundert)

Das Projekt untersucht den theologischen und historischen Kontext des Hesychasmus im byzantinisch-südosteuropäischen Kulturraum des 14. bis 16. Jahrhunderts, anhand des neuen Arbeitsbegriffs des sog. ‚politischen Hesychasmus‘.
Zuerst wird nach dem Übergang von einer mönchisch mystischen Bewegung zur Entstehung eines neuen Ordnungsmodells, des sog. orthodoxen Commonwealth gefragt. Die bislang untererforschte Verbindung zwischen Mystik und Politik bildet den systematischen Teil des Projektes. Durch das neue Ordnungsmodell strebte man bei schwindender staatlicher Infrastruktur des Byzantinischen Reichs an, die südosteuropäischen Orthodoxien neu zu integrieren. Transfer und Integration verlaufen über mönchische, gelehrte und familiale Netzwerke, die byzantinisch-griechische, südslawische und walachische Welt verflochten umspannen und verbinden. Der Fokus der Untersuchung fällt auf die Modi, in denen sich solche Dynamiken der Konfessionsbildung und konfessionelle Integration in der Politik, Gesellschaft und Religion der Donaufürstentümer Moldau und Walachei seit der Gründung der Metropolitansitze bis zum Ende der Regierungszeit des sogenannten ‚hesychastischen Fürsten‘ Neagoe Basarab (1512-1521) niederschlagen.