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Verwurzelte Kosmopoliten und transatlantische Mobilitäten: Revolutionäre Leben nach 1848/49

Bis heute durchzieht der Mythos der »Achtundvierziger« die nationalstaatlich geprägten Geschichtsschreibungen diesseits und jenseits des Atlantiks. Die post-revolutionären Lebensläufe dieser Gruppe werden in der Rückschau oft entweder einseitig als Symbol ihres Scheiterns in Europa oder des Erfolgs ihrer demokratischen Ideale in den USA betrachtet. Ziel des Projektes von Sarah Panter ist es, unter Rückgriff auf einen kollektivbiographischen Ansatz revolutionäre Leben nach 1848/49 über die Sonde transatlantischer Mobilitäten zu analysieren. Dadurch rückt nicht die vermeintliche Linearität solcher grenzüberschreitender Lebensläufe, sondern die Frage nach der Kontextualisierung ihres Handlungspotenzials in multiplen Kontexten (lokal, national, international) in den Vordergrund.

Diese Multiperspektivität eröffnet einerseits einen neuen, alternativen Blick auf das Streben dieser Frauen und Männer nach Selbstbehauptung, etwa als Revolutionäre im Exil, republikanische Weltbürger oder Deutsch-Amerikaner. Zum anderen berücksichtigt das Projekt explizit auch weiterreichende strukturelle Faktoren (wie Vermögen, Geschlecht, Herkunft, Ethnizität, Familie, religiöse und politische Orientierung), um ihr Handeln in multiplen Kontexten zu erklären. Damit knüpft das Projekt zugleich an jüngere Forschungsfragen für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts an, die darauf abzielen, transatlantische Verflechtungen mithilfe biographischer Zugänge stärker in den Fokus zu rücken.