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Alte Universitätsstraße 19
55116 Mainz – Germany
Tel.: +49/6131/3939360
   
 

FORSCHUNGSPROFIL / RESEARCH PROFILE

Das Institut für Europäische Geschichte versteht sich als die Forschungseinrichtung, welche die historischen Grundlagen des modernen Europa in der Neuzeit in den Blick nimmt.

Zum einen fragen diese Forschungen zu den Grundlagen Europas nach den integrierenden und antagonistischen Bewegungen und Kräften, die dem (geographischen) Kontinent und (kulturellen) Bedeutungszusammenhang ›Europa‹ ein sich über die Jahrhunderte wandelndes, doch gegenüber den anderen Kontinenten distinktes Gepräge gaben. Das Signum Europas sind nicht nur integrative Kräfte und bewusst geschaffene Verklammerungen. Europa war (und ist) gerade durch die zeitlich-räumliche Dichte kleinerer Konflikte und menschheitsbedrohender Kriege geprägt. Die Forschungen zielen also auf bi- und multilaterale Transferprozesse, die sich  aus gesamt- und teileuropäischen Kommunikationsverbindungen ergeben. Dabei musste deren Protagonisten nicht notwendig bewusst sein, dass sie in »europäische« Zusammenhänge eingebunden waren. Die religiösen und konfessionellen Prägungen dieser Transferprozesse sind ein Schwerpunkt der interdisziplinären Arbeit des Instituts.

Zum Zweiten zeichnen diese Forschungen zu den Grundlagen Europas die Geschichte des bewussten Nachdenkens über Europa nach, analysieren die politischen Einigungsversuche, die konkreten Europa-Pläne, die idealen Europa-Vorstellungen und die utopischen Europa-Visionen – das anti-europäische Denken immer mit eingeschlossen. Integraler Bestandteil dieses Ansatzes ist die Historiographiegeschichte, also die Geschichte der Europahistorie.

Drittens umfasst diese Aufgabenstellung eine Theorie- und Methodenreflexion zur historischen Europaforschung. Das Institut für Europäische Geschichte hinterfragt, welchen erkenntnisleitenden Interessen ›europäische‹ Ansätze in den historischen Wissenschaften folgen, und wie diese Standortgebundenheit der Europaforschung methodisch reflektiert werden kann. Der emanzipatorische Gründungsimpetus des Instituts für Europäische Geschichte – historisch gewachsene Vorurteile und Hindernisse für ein friedliches Zusammenleben der europäischen Völker und Konfessionen durch genauere Kenntnisse historischer Entwicklungen zu überwinden – soll mit einem kritisch-distanzierten Blick weiterentwickelt werden.

Für den Zeitraum 2007 bis 2011 wurden vier programmgebundene Forschungsbereiche konzipiert, die abteilungsübergreifend arbeiten und Stipendiaten einbeziehen. Sie werden durch einen Querschnittsbereich verklammert und durch einen nicht programmgebundenen Forschungsbereich ergänzt ( grafische Übersicht [PDF]). Die vier programmgebundenen Bereiche sind auf fünf Jahre angelegt. Sie publizieren ihre Ergebnisse in den Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte und anderen Medien, unterstützen ihr Forschungspotential durch Mittel Dritter und werten die Ergebnisse wissenschaftlicher Serviceleistungen aus, die sie gleichzeitig im Sinne geisteswissenschaftlicher Grundlagenforschung mit neuen Daten und Materialien versehen:

  • Europa als Herausforderung für Politik, Gesellschaft und Kirche
  • Kommunikation und Transformation in Religion und Gesellschaft
  • Raumbezogene Forschungen zur Geschichte Europas seit 1500
  • Wertewandel und Geschichtsbewusstsein

 
     
 
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