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Umkämpftes Erbe, symbolische Anerkennung: Die Altstadt von Jerusalem und die Anfänge des UNESCO-Welterbes (1955–1981)


Das Projekt behandelt die Geschichte der „Altstadt von Jerusalem und ihren Stadtmauern“ als Welterbestätte. Jerusalem wurde 1981 als Heilige Stadt der drei monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam in die UNESCO Welterbeliste eingetragen.

Rehling_Photo JerusalemTrotz grundsätzlicher Einigkeit über diesen Stellenwert war die Nominierung für und Einschreibung in die Welterbeliste politische höchst umstritten. Die Welterbekonvention von 1972 sah eigentlich vor, dass Staaten nur Kultur- und Naturgüter nominieren können sollten, die sich auf ihrem eigenen Territorium befanden. Das machte die Nominierung Jerusalems so problematisch, denn seine Bewerbung wurde vom Haschemitischen Königreich Jordanien eingereicht, obwohl Jerusalem seit dem Sechstagekrieg 1967 unter israelischer Kontrolle war.

Das Forschungsprojekt analysiert vor diesem Hintergrund den konfliktreichen und konfliktträchtigen Nominierungsprozess und die Effekte, welche die Einschreibung in die Welterbeliste auf die beteiligten Akteure, aber auch auf die Stätte hatte. Indem es eine politik- und kulturhistorische Perspektive einnimmt, untersucht es die Situationsanalysen, Strategien und Positionen der verschiedenen, auf unterschiedlichen Ebenen an der Eintragung in die Welterbeliste beteiligten Akteure. Gleichzeitig wird analysiert, welche Effekte die Nominierung als Welterbestätte auf die Altstadt von Jerusalem und ihre Einwohner hatte.