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Das DigiKAR-Projekt feiert seinen ersten Geburtstag


DigiKAR ist ein Kooperationsprojekt des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte Mainz (IEG), des Leibniz-Instituts für Länderkunde Leipzig (IfL), des Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung Regensburg (IOS), der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der École des Hautes Études en Sciences Sociales Paris, Frankreich (EHESS). Es widmet sich Fragen der Fragmentierung, Verflechtung, Pluralität und Konkurrenz räumlicher Strukturen im frühneuzeitlichen Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Anhand zweier Fallstudien zu den Kurfürstentümern Mainz und Sachsen werden in der »digitalen Kartenwerkstatt« alternative Ansätze für die Erfassung, Aufbereitung und Darstellung mehrdeutiger räumlicher Konfigurationen und Praktiken erarbeitet. Mehr zum Projekt, den einzelnen Arbeitspaketen und den bisherigen Aktivitäten gibt es auf https://digikar.eu/.

Das interne Projekttreffen im Juli 2022 dient dazu, sich über die Recherchen, Aktivitäten und Ergebnisse des vergangenen Jahres auszutauschen und den Weg für die weitere gemeinsame Arbeit abzustecken. Zwei Aspekte werden besonders im Fokus des Jahrestreffens stehen: Die Datenmodellierung und die Visualisierung. Nachdem sich das Projektteam, bestehend aus Historiker:innen, Informationswissenschaftler:innen und Geograph:innen im vergangenen Jahr intensiv der Erfassung, Aufbereitung und Modellierung der Daten aus den zwei historischen Fallstudien gewidmet und sich iterativ einem gemeinsamen Datenmodell genähert hat, gilt es nun, den Umgang mit bestehenden Unsicherheiten zu diskutieren und die für das nächste Jahr wegweisende Entscheidungen zu treffen. »Unsicherheiten« ist bei DigiKAR ein Schlüsselwort, das besonders an die Datenmodellierung und die Visualisierung Herausforderungen stellt. Die Arbeit mit historischen Quellen bergen immer Unsicherheiten und Uneindeutigkeiten. Informationen können sich widersprechen, unvollständig, uneinheitlich, nicht eindeutig verifizierbar oder falsifizierbar sein usw. Wie aber können diese und andere Aspekte von Unsicherheit dargestellt und sogar explizit nachvollziehbar gemacht werden? Hierzu wird es auf dem DigiKAR-Jahrestreffen sicher einen interessanten Austausch geben, denn die Projektmitglieder des IfL Leipzig werden aus ihrer Arbeit mit Beispieldaten aus den Fallstudien Testvisualisierungen vorstellen und Best Practices präsentieren.

Aus dem IEG nehmen Johannes Paulmann, Monika Barget, Fabian Cremer und Constanze Buyken teil und freuen sich auf den Austausch.