Das zurückliegende Reformationsjubiläum hat die vielfältigen Formen des Umgangs mit historischen Ereignissen in der Erinnerungskultur lebhaft vor Augen geführt. Doch auch ein Blick auf die Formen der Memoria früherer Jahrhunderte ist aufschlussreich: Wie bleiben Geschehnisse in Erinnerung? Welche Inhalte behalten oder gewinnen Relevanz für die folgenden Generationen? Welche Medien dienen der Kultivierung der Erinnerung?
Unsere Tagung fragt danach, wie diese Prozesse im Blick auf die Reformation in den verschiedenen Regionen des östlichen Mitteleuropa im 17. bis 19. Jahrhundert abliefen. Die Fokussierung auf Ostmitteleuropa geht von der Arbeitshypothese aus, dass politische, gesellschaftliche, ideengeschichtliche und religiös-konfessionelle Gemengelagen in den Ländern dieser Region die Erinnerung in einer spezifischen Weise geformt haben. Die Konstruktion von Geschichtsbildern bezogen auf die Reformation vollzog sich auf verschiedenen Ebenen und bediente sich unterschiedlicher Medien. In den Blick kommen dabei Geschichtsschreibung und bildende Kunst, Literatur und Musik, aber auch Architektur und die Formen der Festkultur. Wissenschaftliche Veranstaltung für ein interessiertes Fachpublikum. Um Anmeldung wird gebeten.
Innerhalb der Tagung findet die öffentliche Abendveranstaltung »Vanitas und Lebensfreude – Gedichte und Lieder des Barock« mit Marion Poschmann, Andreas Karasiak und Martin Lutz statt.
Tagung und Abendveranstaltung in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
Veranstaltet von:
Prof. Dr. Irene Dingel / Dr. Henning P. Jürgens
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Mainz
Dr. Norbert Kersken
Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft, Marburg
Dr. Ulrich A. Wien
Institut für Evangelische Theologie der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Kontakt:
Dr. Henning P. Jürgens
juergens@ieg-mainz.de