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Events

02.11.2020 - 03.11.2020

Konferenzserie »Ein Europa der Differenzen – Pluralisierung, Provinzialisierung und Säkularisierung«
Teil I: Einheit und Vielheit – Europa pluralisieren? Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Alte Universitätsstr. 19, 55116 Mainz In den Jahren 2020 und 2021 veranstaltet das IEG eine Konferenzreihe, mit der wesentliche Ergebnisse des laufenden Forschungsprogramms zum Umgang mit Differenz im Europa der Neuzeit mit internationalen Expertinnen und Experten diskutiert und so neue Forschungsperspektiven aufgezeigt werden sollen. Mit dem Problem von »Einheit und Vielheit« widmet der 1. Teil der Konferenzserie sich einer Kernfrage des europäischen Umgangs mit Differenz. Dieser soll, wie der Untertitel »Europa pluralisieren?« anzeigt, zugleich als Forschungsperspektive und als historischer Gegenstand verstanden werden. Zum einen sollen die gegenwärtigen Selbstbeschreibungen Europas und normativ aufgeladene Diagnosen historisch-kritisch überprüft werden. Anstatt deklamatorisch bestimmte »Charakteristika« Europas wie Toleranz, Diversität oder Pluralismus festschreiben zu wollen, wird die Tagung untersuchen, wie Andersartigkeit und Ungleichheit in der europäischen Geschichte der Neuzeit reguliert und begrenzt, aber auch hergestellt und bewahrt wurden. Zum anderen werden die Referate exemplarisch herausarbeiten, wie sich die Wertschätzung kultureller, sozialer und religiöser Vielfalt historisch wandelte, und welche Ordnungs- und Einheitsvorstellungen den Pluralisierungsprozessen in europäischen Gesellschaften entgegengesetzt wurden. Die erste Sektion »Mobilität und Pluralisierung« wird danach fragen, wie sich raumbezogene Mobilität auf politische, soziale, kulturelle und religiöse Zugehörigkeiten auswirkte, welche Strategien und Mechanismen der Vereindeutigung, Ambiguität und Dissimulation dabei griffen und wie sich verschiedene Differenzkategorien zueinander verhielten. Diese historisch ausgerichteten Fachvorträge wird durch eine systematisch-interdisziplinäre Diskussionsrunde zur Praxis des Vergleichens, dem Theorieprojekt der Humandifferenzierung und des kulturwissenschaftlichen Herausforderung des Befunds der »Ähnlichkeit« abgerundet. Die zweite Sektion »Ordnungsmodelle und Pluralisierung« nimmt historische Verfahren im Umgang mit religiöser Vielfalt in den Blick und fragt danach, unter welchen Umständen sich Duldung, Akzeptanz oder Wertschätzung von Vielfalt entwickelten bzw. abgelehnt wurden, und wie bestimmte Akteure ihre freiwillige oder erzwungene Marginalisierung einsetzten, um ihre Positionen zu artikulieren. Schließlich wird eine Reihe von Impulsen die Doppelperspektive der Konferenz – Einheit und Vielheit zwischen historischem Gegenstand und Forschungsperspektive – anhand der Konzepte Ambiguitätstoleranz, Vereindeutigung, Diversität/Pluralisierung und Ökumene resümierend bündeln. The conference is aimed at a academically interested audience. To register, please contact Stefanie Mainz (ieg4@ieg-mainz.de) till Friday, October 16, 2020 via e-mail.