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Die Aushandlung sozialer Beziehungen in Affiliationsnetzwerken

Das methodologisch ausgerichtete Querschnittsprojekt entwickelt das Instrumentarium der sozialen Netzwerkanalyse weiter. Es bezieht sich auf zentrale Fragen der drei Forschungsbereiche und das Rahmenthema »Umgang mit Differenz«.

Vorausgesetzt wird in diesem Forschungsvorhaben, dass soziale Beziehungen im Allgemeinen innerhalb einer kollektiven Struktur ausgehandelt werden. In der Regel gehören die Akteure sozialen Einheiten an oder nehmen an sozialen Handlungen teil, die mit dem gängigen Modell der paarweisen Interaktion (von Individuum zu Individuum) nur unzureichend erfasst werden können. Dennoch stützt sich die historische Netzwerkanalyse bislang vor allem auf diese Art von Interaktionen. Das Projekt geht über diese geläufigen Ansätze hinaus: Es untersucht Interaktionen zwischen Individuen, Gruppen und ihren Zugehörigkeitsbeziehungen anhand von sogenannten Affiliationsnetzwerken und fragt, wie sich ihre Interaktionen auf die Individuen auswirken. Indem kollektive Strukturen einbezogen werden, wird es zeigen, wie Ideen, Konzepte und Wissensbestände über soziale Netzwerke vermittelt wurden. Durch die Analyse historischer Datensätze aus unterschiedlichen Forschungskontexten des IEG will das Projekt ein vertieftes Verständnis menschlicher Beziehungen und gesellschaftlicher Strukturen in (europäischen) Gesellschaften befördern.