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Direktoren

Ehemalige Direktoren des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte

Prof. Dr. phil. Dr. h.c. Heinz Duchhardt (geb. 1943)             
Direktor, Abteilung für Universalgeschichte 1994–2011 
       
 
Heinz Duchhardt studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Kunstgeschichte in Mainz, Bonn und Wien, wurde 1968 mit einer Arbeit über einen Mainzer Kurfürsten des 18. Jahrhunderts promoviert und war nach seiner Habilitation zum Thema »Protestantisches Kaisertum und altes Reich« als Professor für Neuere Geschichte an den Universitäten in Mainz, Bayreuth und Münster tätig. Von 1994 bis 2011 leitete er als Direktor des IEG die Abteilung für Universalgeschichte. 2011 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Staatlichen Universität Smolensk, 2016 die der St. Kliment Ohridski-Universität in Sofia.
Mit seinen Schwerpunkten auf internationalen Beziehungen in der Vormoderne, Verfassungs- und Sozialgeschichte des Alten Reiches sowie europabezogener Grundlagenforschung gab er der Forschung am IEG und darüber hinaus maßgebliche Impulse. So begründete er u.a. das »Jahrbuch für Europäische Geschichte« und leitete Projekte wie die Online-Publikation von ca. 1.800 »Europäischen Friedensverträgen der Vormoderne«. In seiner Amtszeit wurden zudem die Weichen zur Aufnahme des Instituts in die Leibniz-Gemeinschaft gestellt.
 
Literatur/Onlinenachweise:
 
Prof. Dr. theol. Gerhard May (1940–2007)
Direktor, Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte 1994–2004       
      

Nach seinem Studium der Evangelische Theologie, Philosophie und Byzantinistik in Wien, Heidelberg, Basel und Oxford wurde Gerhard May 1964 zu dem Thema »Gregor von Nyssa und der Abschluß des trinitarischen Dogmas« promoviert. 1972 habilitierte er sich mit einer Arbeit über »Schöpfung aus dem Nichts. Die Entstehung der Lehre von der creatio ex nihilo« in München. Zwischen Promotion und Habilitation unternahm er eine länge Forschungsreise nach Oxford und wurde zum Pfarrer der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Österreich ordiniert. Anschließend war May als Hochschullehrer im Fachbereich Evangelische Theologie an der Johannes Gutenberg-Universität tätig (1979-2005) und übernahm währenddessen das Amt des Direktors des IEG in der Abteilung für Abendländischen Religionsgeschichte (1994-2005).
Sein besonderes wissenschaftliches Interesse galt der Aufarbeitung der Begegnung von antikem Denken und christlicher Theologie sowie der Kirchen- und Reichspolitik des ausgehenden vierten Jahrhunderts.

Literatur/Onlinenachweise:
Prof. Dr. Gustav Adolf Benrath (1931–2014)
Komm. Direktor, Abteilung für 
Abendländische Religionsgeschichte 
19901993


Gustav Adolf Benrath studierte von 1952 bis 1957 Evangelische Theologie in Heidelberg, wo er 1959 auch promoviert wurde. Von 1960-1962 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Anschließend erhielt Gustav Adolf Benrath einen Lehrauftrag für Badische Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg (1961-1972) und habilitierte sich währenddessen (1965) im Fach Kirchengeschichte.
1970 erhielt Benrath die Ordination zum Pfarrer in der Badischen Landeskirche und war daraufhin als Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Mainz tätig (1970-1997).
In den Jahren 1990 bis 1993 leitete er kommissarisch die Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte des IEG.

Literatur/Onlinenachweise:
http://gutenberg-biographics.ub.uni-mainz.de/id/da7fa462-21a2-4599-97f6-32c24f6a30c3.html
https://www.deutsche-biographie.de/pnd115469788.html
http://d-nb.info/gnd/115469788
https://www.ev.theologie.uni-mainz.de/kirchen-und-dogmengeschichte-territorialkirchengeschichte/prof-dr-gustav-adolf-benrath/
http://www.ieg-mainz.de/media/public/PDF/Nachruf%20auf%20Prof.%20Dr.%20Gustav%20Adolf%20Benrath.pdf
 
Prof. D.Dr. Peter Manns (19231991)          
Direktor, Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte 19811990


 Peter Manns studierte Theologie in Würzburg, Bonn und Mainz und erhielt 1951 die Priesterweihe. Er wurde an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz als Schüler von Joseph Lortz, dem Mitbegründer des Instituts für Europäische Geschichte, promoviert und anschließend dessen wissenschaftlicher Mitarbeiter. 1981 trat er die Nachfolge von Peter Meinhold als Direktor des IEG in der Abteilung für Abendländischen Religionsgeschichte an. Seine Forschungsschwerpunkte waren Martin Luther und die Reformation. 1983 erhielt Peter Manns in Anerkennung seiner Verdienste um die Lutherforschung die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät Helsinki.

Literatur/Onlinenachweise: Aretin, Karl Otmar von [u.a.], Zum Gedenken an Peter Manns (1923-1991). Mainz 1991 (Institut für Europäische Geschichte. Abteilung Abendländische Religionsgeschichte). S.8.
 
Prof. Dr. Peter Meinhold ( 19071981)        
Direktor, Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte 1976
1981


Peter Meinhold studierte evangelische Theologie in Bethel und Berlin. Er erhielt 1934 sein Lizenziat und habilitierte sich 1935 an der Universität in Berlin. Anschließend arbeitete er dort als Privatdozent (1935) und erhielt später eine Lehrstuhlvertretung an der Universität Heidelberg (1935/1936). Danach war Meinhold als außerordentlicher und nach dem Krieg als ordentlicher Professor in Kiel tätig (1936-1975). Während des Zweiten Weltkrieges übte er das Amt eines Pfarrers bei der Wehrmacht aus. 1955 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Marburg verliehen. 1976 trat Peter Meinhold die Nachfolge von Joseph Lortz am Institut für Europäische Geschichte an und wurde Direktor der Abteilung für Abendländischen Religionsgeschichte.

Literatur/Onlinenachweise:  
Prof. Dr. Karl Otmar Freiherr von Aretin (19232014)
Direktor, Abt. für Universalgeschichte 1968
1994


Karl Otmar Freiherr von Aretin nahm 1946 an der Ludwig-Maximilians-Universität München sein Studium der Geschichte und Kunstgeschichte auf und wurde dort 1952 mit einer Dissertation über Bayerns Politik auf dem Wiener Kongress promoviert. Anschließend arbeitet er in der Redaktion der NDB (1952-1957) und war zeitgleich in Mainz Stipendiat des Instituts für Europäische Geschichte (1953-1958). Danach war er als wissenschaftlicher Assistent am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen tätig (1958-1964) und habilitierte sich dort 1962 mit einer Arbeit über das Heilige Römische Reich.  Von 1964 bis 1988 war er Ordentlicher Professor an der TU Darmstadt.
1968 trat er die Nachfolge Martin Göhrings an und fungierte bis 1994 als Direktor des IEG in der Abteilung für Universalgeschichte.

Literatur/Onlinenachweise:
Prof. Dr. phil. Martin Göhring 19031968)
Direktor, Abteilung für Universalgeschichte 1951
1968        


Von 1927 bis 1928 studierte Martin Göhring Geographie, Germanistik, Geschichte und Philosophie in Tübingen. Anschließend folgten 1928-1932 weitere Studien an den Universitäten Paris, Halle und Kiel, wo er 1932 über das Thema »Die Feudalität in Frankreich vor und in der großen Revolution« promovierte. Nach einer mehrjährigen Forschungsreise nach Frankreich schloss Göhring 1938 seine Habilitation mit dem Titel »Die Ämterkäuflichkeit im Ancien Régime« an der Universität Kiel ab. Anschließend arbeitete er als Dozent in Halle (1939-1940), war Mitarbeiter des Auswärtigen Amts in Paris (1940-1943) sowie außerordentlicher Professor an der Reichsuniversität Straßburg (1943-1944) und Lehrbeauftragter an der Universität in Tübingen (1945-1947). 1951 wurde Martin Göhring Direktor des IEG in der Abteilung für Universalgeschichte und übte zugleich eine Tätigkeit als Gastprofessor an der Universität in Stuttgart (1948-1960) und als Ordentlicher Professor an der Universität in Gießen aus (1961-1968).

Literatur/Onlinenachweise:
http://gutenberg-biographics.ub.uni-mainz.de/id/fb9e70d2-2846-40b3-8b60-2892ee8cb607.html
https://www.deutsche-biographie.de/pnd118695738.html
http://d-nb.info/gnd/118695738

 
Joseph Adam Lortz (1887–1975)
Direktor, Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte 1950–1975












 

Joseph Adam Lortz studierte 1907-1911 Theologie und Philosophie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom sowie 1911-1913 an der Universität in Fribourg. 1910 wurde er an der Universität Gregoriana in Rom und 1920 an der Universität Bonn promoviert. 1923 habilitierte er sich an der Universität Würzburg mit einer Arbeit zur Apologetik Tertullians. Nach längerer Tätigkeit als Privatdozent an der Universität Würzburg (1926-1929), als Ordentlicher Professor an der Staatlichen Akademie zu Braunsberg (1929-1935) und an der Universität Münster (1935-1950) sowie als Professor der Universität Mainz (1950-1956) fungierte er als Mitbegründer des Instituts für Europäische Geschichte, in dem er von 1950-1975 die Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte leitete.
 

Literatur/Onlinenachweise:
 
Prof. Dr. phil. Fritz Max Friedrich Ludwig Kern (1884-1950)
Direktor, Abteilung für Universalgeschichte 1950 

 

Fritz Max Friedrich Ludwig Kern studierte zunächst Rechtswissenschaften in Lausanne, von 1903 bis 1906 folgte das Studium der Geschichte in Tübingen und Berlin. 1906 wurde er in Berlin zum Thema »Dorsualkonzept und Imbreviatur. Zur Geschichte der Notariatsurkunde in Italien« promoviert. Anschließend lehrte er als Privatdozent in Kiel (1909-1914), als ordentlicher Professor an der Universität Frankfurt am Main (1914-1922) und als ordentlicher Professor in Bonn (1922-1947). Neben seinen Lehrtätigkeiten war Kern ehrenamtlich für das Auswärtige Amt und eine Geheimdienstelle des Generalstabes des Feldheeres tätig (1914-1918) und beteiligte sich 1944 an einer Berliner Widerstandsgruppe, weswegen er bis 1948 im Exil in der Schweiz lebte. In den Jahren 1949 bis 1950 war er an Planung und Aufbau des Mainzer Instituts für Kultur- und Religionsgeschichte (später Institut für Europäische Geschichte) maßgeblich beteiligt und leitete dort bis zu seinem Tod am 21. Mai 1950 die Abteilung für Universalgeschichte.

Literatur/Onlinenachweise:
https://www.deutsche-biographie.de/pnd118561499.html
http://d-nb.info/gnd/118561499