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Dr. Henning P. Jürgens

Wiss. Mitarbeiter, Sprecher FoBe 1 »Pluralisierung und Marginalität«
Raum: 03 309
Tel: +49 6131 39 39342
Fax: +49 6131 39 30153

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Zur Person:

Studium der Geschichte, Evangelischen Theologie und Philosophie in Hamburg, Münster und Göttingen.
1994 Magister Artium in Hamburg, Promotion (2000) zum Dr. phil. an der Universität Göttingen.
1994–1998 Stipendiat im Göttinger DFG-Graduiertenkolleg »Kirche und Gesellschaft im Heiligen Römischen Reich im 15. und 16. Jahrhundert«,
1998–2003 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Johannes a Lasco Bibliothek, Emden,
2003–2007 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz.
Seit 2007 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am IEG (2015–2018 Koordinator des Kooperationsprojekts »Repräsentationen des Friedens«, 2018–2020 Koordinator des Work Package 2 im EU-Forschungsprojekt RETOPEA).

Forschungsschwerpunkte:

Geschichte der Reformation und Konfessionsbildung
Geschichte der Predigt
Druckgeschichte
Polnische Geschichte der Frühen Neuzeit
Frühneuzeitliche Friedensforschung

Veröffentlichungen:

Johannes a Lasco in Ostfriesland. Der Werdegang eines europäischen Reformators, Tübingen 2002 (Spätmittelalter und Reformation NR 18).
Religion und Mobilität (Mit-Hg) Religion und Mobilität. Zum Verhältnis von raumbezogener Mobilität und religiöser Identitätsbildung im frühneuzeitlichen Europa, Göttingen 2010 (BIEG 81).
Streitkultur und Öffentlichkeit (Mit-Hg.) Streitkultur und Öffentlichkeit im konfessionellen Zeitalter, Göttingen 2013 (BIEG 95).
Meilensteine der Reformation (Mit-Hg.) Meilensteine der Reformation. Schlüsseldokumente der frühen Wirksamkeit Martin Luthers, Gütersloh 2014.
An den Rand gedrängt-den Rand gewählt (Mit-Hg.) An den Rand gedrängt – den Rand gewählt. Marginalisierungsstrategien in der Frühen Neuzeit, Leipzig 2021 (LStRLO 41).

Forschungsprojekte:

Dass Gerechtigkeit und Friede sich küssen – Repräsentationen des Friedens im vormodernen Europa

Die mehr als 2000 Friedensschlüsse im Europa der Frühen Neuzeit bedurften der Vermittlung und Würdigung durch Friedensrepräsentationen, um sie im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Solche Friedensdarstellungen waren multimediale Phänomene, die als Formen symbolischer Kommunikation auch in ritualisierter Weise verwendet wurden. Das den verschiedenen Medien gemeinsame Vokabular der Friedensdarstellungen zu erforschen und zu analysieren, war ein Ziel des internationalen und interdisziplinären Leibniz­-Wettbewerbsprojekts. Es erarbeitete nicht nur eine Bestandsaufnahme der Motivik und deren Rezeption, sondern fokussierte auch die unterschiedlichen Funktionen, in deren Dienst die Friedensbilder gestellt wurden.

Heiliger Krieg und göttlicher Friede. Deutungen von Krieg und Frieden in europäischen Predigten der Frühen Neuzeit

Das Projekt schließt an das Leibniz­-Wettbewerbsprojekt »Repräsentationen des Friedens« an. Es beschäftigt sich mit der Frage, in welcher Weise Ereignisse von Kriegen und Friedensvereinbarungen in Predigten des 17. und 18. Jahrhunderts dargestellt, bewertet und paränetisch eingesetzt wurden.

Religious Toleration and Peace (RETOPEA)

Die heutigen Narrative über Europa sind oft durch widersprüchliche Ansichten über die Beziehung zwischen Religion und Gesellschaft gekennzeichnet. Die historischen Dimensionen dieser Narrative wurden jedoch in der soziologischen Forschung oft vernachlässigt, und gleichzeitig werden die Stimmen religiöser Menschen in den rechtlichen und politischen Diskursen kaum gehört. Das RETOPEA-Projekt wird sowohl Forschungs- als auch Innovationsaktivitäten durchführen, um dieser Herausforderung zu begegnen.

Selbstmarginalisierung der Täufer. »Absonderung« als theologisches Konzept und gesellschaftliche Praxis bei den Täufern des 16. bis 18. Jahrhunderts

Das Projekt untersucht die Genese, argumentative Fortentwicklung und gesellschaftliche Umsetzung der als »Absonderung von der Welt« bezeichneten Selbstmarginalisierung der täuferischen Gruppen und später der Mennoniten zwischen 1527 und den Assimilations‐ und Migrationsprozessen des 18. Jahrhunderts.