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Dr. des. Stanislau Paulau

Wiss. Mitarbeiter, Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte
Raum: 03 206
Tel: +49 6131 39 39426
Fax: +49 6131 3930153

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Zur Person:

Geboren 1989 in Mahiljou, Belarus. Studium der Theologie und Religionswissenschaft in Minsk, Berlin, Göttingen und Addis Abeba. 2012 Diplom in Orthodoxer Theologie und Religionswissenschaft an der Belarussischen Staatlichen Universität (Minsk). 2014 Magister Artium in »Intercultural Theology« an der Georg-August-Universität Göttingen. 2016 Certificate of Advanced Studies (CAS) in »Interreligious Studies« an der Universität Genf. 2019 Promotion zum Dr. theol. (summa cum laude) an der Georg-August-Universität Göttingen mit einer Dissertation unter dem Titel »Das andere Christentum. Zur transkonfessionellen Verflechtungsgeschichte von äthiopischer Orthodoxie und europäischem Protestantismus«.
Stipendiat des Studienförderwerks Klaus Murmann der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (2013–2016), der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. (2016–2018) sowie des Programms »Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch« des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (2015–2016).
Seit März 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz.

Forschungsschwerpunkte:

Theologie und Geschichte der orthodoxen und orientalischen Kirchen in der Neuzeit (Osteuropa, Nordostafrika und Naher Osten)
Verflechtungsgeschichte/Globalgeschichte des Christentums
Geschichte der ökumenischen Bewegung
Inter- und Transkonfessionalität
Interkulturelle Theologie

Veröffentlichungen (Auswahl):

Interconfessional Dialogue and Traditional Litigation in the Early 20th-Century Eritrea: Introducing an Unpublished Manuscript, in: Zemenfes Tsighe / Saleh Mahmud Idris / Yonas Mesfun Asfaha et al. (eds.), Proceedings of the 1st International Conference of Eritrean Studies, Vol. 1, Asmara 2018, 143–155.
»Between Islam and the Christian West«: Paulos Mar Gregorious’ Historiography of Ethiopian Christianity, in: The Harp: Journal of Syriac, Oriental, and Ecumenical Studies, Vol. XXXI (2016), 231–243.
Encountering the Ethiopian Orthodox Church in the Pre-Ecumenical Age: Some Remarks on the First Protestant Missionaries in Ethiopia (1829–1843), in: Eloi Ficquet / Ahmed Hassen Omer / Thomas Osmond (eds.), Movements in Ethiopia, Ethiopia in Movement, Vol. 1, Los Angeles CA 2016, 175–184.
Auf der Suche nach dem Tabot. Zu einem vergessenen Kapitel in der Geschichte der Wechselbeziehungen zwischen deutscher Wissenschaft, Mission und äthiopischem Christentum, in: Claudia Rammelt / Cornelia Sclarb / Egbert Schlarb (eds.), Begegnungen in Vergangenheit und Gegenwart: Beiträge dialogischer Existenz, Berlin 2015, 286–295.
Legitimation Strategies in the Encounters between Missionary and Indigenous Christianity: Examining German Hermannsburg Mission’s Narratives on the Ethiopian Orthodox Tewahedo Church (1924–1927), in: Claudia Hoffmann / Florian Tuder / Irena Zellner Pavlović (eds.), Ökumenische Begegnungen – Ecumenical Encounters, Leipzig 2015, 170–179.
Das andere Christentum. Zur transkonfessionellen Verflechtungsgeschichte von äthiopischer Orthodoxie und europäischem Protestantismus, Göttingen 2020.

Forschungsprojekte:

Transkonfessionelle Mobilität. Die russisch-orthodoxe Mission und das ostsyrische Christentum im Iran (1898–1918)

Das russisch-iranisch-osmanische Grenzgebiet wurde im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zu einer Kontaktzone von überregionaler Bedeutung. Dieser transimperiale Raum zeichnete sich nicht zuletzt dadurch aus, dass dort der machtpolitische Streit um den Einfluss in Zentralasien ausgetragen wurde, an dem gleich mehrere europäische Akteure beteiligt waren. Eng damit verbunden ist ein religionshistorisches Phänomen, das bisher kaum erforscht ist: die Aufnahme beziehungsweise Verdichtung von Kontakten zwischen den lokalen orientalischen Christentümern und den Kirchen europäischer Provenienz. Dass protestantische, römisch-katholische und später auch russisch-orthodoxe Missionsstationen in der Region etabliert wurden, prägte die Dynamik dieser Interaktion entscheidend. Da die Missionierung unter der muslimischen Bevölkerung sowohl im Iran als auch im Osmanischen Reich gesetzlich untersagt war, richteten die europäischen Missionare ihre Bestrebungen auf die als heterodox geltende christliche Minderheit. Die daraus resultierten Verflechtungen und christlichen Neuformationen bilden den Gegenstand des Forschungsprojektes.