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Religiöse Friedenswahrung und Friedensstiftung in Europa (1500–1800) – Digitale Quellenedition frühneuzeitlicher Religionsfrieden

Mit der Quellenedition wird erstmals eine Textbasis für die vergleichende Erforschung vormoderner, religionsbezogener Friedensstiftung in Europa bereitgestellt. Die mit ausführlichen Einleitungen und Kommentaren versehene Edition umfasst die Zeitspanne von 1485 (Kuttenberger Frieden) bis 1788 (Woellnersches Religionsedikt).

Religionsfrieden sind – als Spezifikum der Frühen Neuzeit – innerchristliche Regelungen, mit denen ein qualitativ neuer Rechtsstatus zwischen zwei oder mehr Religionsparteien festgelegt wird. Diese in verschiedenen Rechtsformen konkretisierten Regelungen, die ihren Höhepunkt im 16. Jahrhundert erlebten, waren in der Regel auf die Wiederherstellung der Einheit des Glaubens hin orientiert. Sie enthielten spezifische Bestimmungen zu Glaubens- und Kultusfreiheit für die Religionsparteien, zur Zulassung zu bestimmten Rechten für ihre Angehörigen und regelten den Besitz der Kirchengüter. Sie zielten auf ein möglichst dauerhaftes friedliches Zusammenleben. Als Verfahren zur politisch-juristischen ›Einhegung‹ religiöser Differenzen trugen sie in bedeutender Weise zur Entwicklung des Toleranzgedankens und zur Entfaltung der europäischen Friedensrechtspraxis bei.

Während die gut 2.000 politischen »zwischenstaatlichen« Friedensverträge des Zeitraums zwischen 1450 und 1789 erfasst und teilweise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, sind die frühneuzeitlichen Religionsfrieden bisher weder systematisch erschlossen noch ediert und ausgewertet worden. Das Projekt greift dieses Forschungsdesiderat auf. Grundlage sind die Texte in ihrer zuerst veröffentlichten und rezipierten Form (editio princeps). Sie ermöglichen es, die politischen, juristischen und theologischen Verhandlungsprämissen und Argumentationsmuster, die Differenzerfahrungen der beteiligten Konfliktparteien und die für eine friedliche Koexistenz entwickelten Lösungswege in ihrer Kontextgebundenheit und Interdependenz umfassend zu analysieren.

Die Edition wird online im open access sowie in einer fünf Bände umfassenden Print-Fassung publiziert.

Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz in Kooperation mit der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.