Die kolonialen Gesellschaften Hispanoamerikas waren in hohem Maße von transatlantischer Mobilität und Migration geprägt. Die für vormoderne Gesellschaften typische Differenzierung nach sozialen Statusgruppen (Ständen) wurde dort mit religiösen Reinheitsvorstellungen und ethnischen Zuschreibungen verknüpft. In welchem Verhältnis standen dabei Religion und Ethnizität?
Dieser Frage geht das Teilprojekt im SFB 1482 Humandifferenzierung mit Blick auf vier Kategorien von mobilen Akteuren nach, die in besonderer Weise in den Fokus obrigkeitlicher Migrations- und Kontrollregime gerieten: zum Christentum konvertierte Juden (conversos) und Muslime (moriscos), Protestanten und versklavte Menschen aus Afrika.
Das Projekt untersucht das Verhältnis von räumlicher und sozialer Mobilität, Praktiken der Exklusion und Inklusion sowie der Konstruktion von Zugehörigkeiten. Wie verhielten sich Fremd- und Selbstunterscheidungen zueinander, wie wurden obrigkeitliche Klassifikationen angeeignet? Welche Möglichkeiten des Statuswechsels gab es? Wie veränderte sich das Verhältnis von Religion und Ethnizität im Untersuchungszeitraum?
- Thomas Weller
- Doménica Noboa Ramos