Helsinki/Berlin/Mainz, 6. Juni 2025 – Vor 50 Jahren, am 1. August 1975, wurde mit der Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki ein bedeutendes Kapitel europäischer Geschichte geschrieben. Aus diesem Anlass laden die Bundesstiftung Aufarbeitung, das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) in Mainz, der Lehrstuhl Kirchliche Zeitgeschichte der Universität Helsinki, das European Network Remembrance and Solidarity und andere Partner vom 10. bis 13. Juni 2025 zu einer hochkarätig besetzten internationalen Konferenz ein, die dem Vermächtnis und der fortdauernden Relevanz des sogenannten Helsinki-Prozesses gewidmet ist.
Unter dem Motto „Der Geist von Helsinki damals und heute – 50 Jahre Helsinki-Schlussakte“ versammeln sich in der finnischen Hauptstadt prominente Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, führende Persönlichkeiten aus Politik, Diplomatie und Zivilgesellschaft, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten sowie Vertreterinnen und Vertreter religiöser Gemeinschaften. Gemeinsam diskutieren sie über die historische Bedeutung, die gegenwärtige Wirkung und die zukünftigen Perspektiven des Helsinki-Prozesses im Kontext von Demokratie, Freiheit, Sicherheit und Menschenrechten.
Zu den Ehrengästen zählen unter anderem:
• Martin Palouš und Anna Šabatová, Unterzeichner der tschechischen Charta 77
• Myroslav Marynovych, Irina Scherbakowa, Markus Meckel, Marju Lauristin und Gabriel Andreescu, renommierte Aktivistinnen und Zeitzeugen
• Prof. Dr. Sarah Snyder, führende US-Historikerin zur menschenrechtlichen Dimension der Schlussakte
Ein besonderes kulturelles Highlight erwartet die Gäste am 11. Juni: Erstmals treten Künstlerinnen und Künstler aus dem oppositionellen Untergrund der 1970er und 1980er Jahre gemeinsam in Helsinki auf.
Auf der Bühne stehen unter anderem:
• Vratislav Brabenec, legendärer Saxophonist der tschechischen Undergroundband The Plastic People of the Universe
• Stephan Krawczyk, einstiger DDR-Dissident, Liedermacher und Schriftsteller
Diese außergewöhnliche Konzertnacht verbindet politische Geschichte mit künstlerischem Protest und macht die Kraft von Musik als Form des Widerstands erlebbar.
Die Konferenz versteht sich als offenes Forum des Dialogs und der Erinnerung. Dabei richtet sie den Blick auf die Herausforderungen von heute und morgen. Nähere Informationen und Anmeldung unter:
– https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/veranstaltungen/spirit-helsinki-then-and-now/program
– https://enrs.eu/event/european-remembrance-symposium-2025
Das IEG
Das IEG ist ein selbstständiges außeruniversitäres Forschungsinstitut und seit 2012 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Seine Aufgabe ist die wissenschaftliche Erforschung der europäischen Geschichte. Es betreibt und fördert Forschungen zu den politischen, sozialen, religiösen und kulturellen Grundlagen Europas in der Neuzeit und befasst sich mit aktuellen Entwicklungen in den Digital Humanities. Seine Beschäftigten forschen sowohl in Einzel- als auch Gemeinschaftsvorhaben sowie mit internationalem wissenschaftlichem Nachwuchs, den es durch sein angesehenes Stipendien- und Gästeprogramm fördert.
Pressekontakt:
Jonathan Harnisch | Fon: 030 31 98 95 225 | E-Mail: j.harnisch@bundesstiftung-aufarbeitung.de
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