„Bienenzucht, Weltausstellungen, politische Kriminalität im Austrofaschismus …“ – mit diesen Beispielen zählt Dr. Christian Knatz, stellvertretender Mantelreporter-Chef der VRM, einige der vielfältigen Forschungsprojekte am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) auf. Damit eröffnet er seinen Beitrag über das IEG, der heute im überregionalen Teil der Allgemeinen Zeitung erschienen ist. Darin erläutert er die Wandlung, die Arbeit und die Zukunftspläne des weltweit einzigartigen Instituts.
Ausgangspunkt des Interviews mit der Direktorin und dem Direktor, Prof. Dr. Nicole Reinhardt und Prof. Dr. Johannes Paulmann, war das 75. Jubiläum des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte (IEG). Gegründet 1952 im Zeichen der deutsch-französischen Versöhnung, hat sich das Institut insbesondere seit seiner Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft und einer umfassenden Neuausrichtung im Jahr 2012 grundlegend weiterentwickelt. Heute erforscht das IEG die politischen, sozialen, religiösen und kulturellen Grundlagen europäischer Geschichte seit 1500, „zwischen Luther und Wiedervereinigung“, und befasst sich mit aktuellen Entwicklungen in den Digital Humanities. „Auch mit europakritischem Ansatz?“ fragt Knatz. „Forschung ist kritisch, und wir sind nicht affirmativ“, betont Reinhardt.
Die Projekte der Forschenden am IEG – dazu gehören auch die internationalen Stipendiatinnen und Stipendiaten – genießen große inhaltliche Freiheit, stellt Knatz heraus. Das IEG gäbe einen theoretisch-methodischen Rahmen vor, innerhalb dessen die Themen eigenständig bearbeitet werden können. „In Forschungsprojekte aber kann und will ich nicht eingreifen“, betont Paulmann.
Mit der europäischen Umweltgeschichte wird das IEG ab 2027 einen vierten Arbeitsbereich etablieren. Der neue Schwerpunkt baut auf bereits vorhandenen Forschungen auf und wird durch die Einrichtung von sechs neuen Stellen deutlich gestärkt.