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Philip Dwyer: Religion, Violence and the Revolutionary and Napoleonic Wars


Der Professor für Europäische Geschichte an der Universität Newcastle, Australien, spricht am 23. Juni 2015 im IEG über einen inhärenten Widerspruch in den Säkularisierungsbestrebungen der Franzosen.

Prof. Dr. Philip Dwyer (Newcastle, Australien)
Religion, Violence and the Revolutionary and Napoleonic Wars

Dienstag, den 23. Juni 2015 um 19 Uhr (Institut Français)
In Kooperation mit dem Institut Français (Mainz). Vortrag in englischer Sprache. Eintritt frei.

Mit einem Kommentar von Prof. Andreas Fahrmeir
Inhaber der Professur für Neuere Geschichte am Historischen Seminar
der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main

Die plötzliche Säkularisierung der politischen und zivilen Gesellschaft während der Französischen Revolution war eines der am gewaltsamsten umkämpften Aspekte dieser Zeit. Die daraus resultierende Spaltung der französischen Gesellschaft ist hinlänglich bekannt. Weniger bekannt ist der Einfluss der französischen Revolutionäre und der Napoleonischen Armee auf die europäischen Gesellschaften, mit denen sie in Kontakt kamen. Das Verhalten des französischen Militärs und der französischen Beamten gegenüber religiösen Institutionen und Orten schockierte die Gläubigen zutiefst. Wie Professor Dwyer zeigen wird, enthielten die säkularisierenden Bestrebungen der Franzosen einen inhärenten Widerspruch: sie behaupteten, den Aberglauben zu bekämpfen, um so den Europäern die aufklärerischen Prinzipien von Vernunft und Freiheit zu bringen, taten dies aber mit Gewalt und brutalem Terror. In dieser Intoleranz gegenüber der Religion lagen die Wurzeln der konterrevolutionären Bewegung.

Prof. Dr. Philip Dwyer ist Professor für Europäische Geschichte und Leiter des Zentrums zur Erforschung der Geschichte der Gewalt an der Universität von Newcastle, Australien. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf dem 18. Jahrhundert, vor allem auf der Französischen Revolution und der napoleonischen Ära. Zu seinen Publikationen gehören: Citizen Emperor: Napoleon in Power (London 2013) und Theatres of Violence: Massacre, Mass Killing and Atrocity throughout History (New York 2012).

Der Vortrag findet statt innerhalb der öffentlichen Vortragsreihe zum Schwerpunktthema »Religion und Gewalt: Eine ambivalente Beziehung in Geschichte und Gegenwart« und wird von der DFG-finanzierten und am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte angesiedelten Emmy Noether-Nachwuchsgruppe Glaubenskämpfe: Religion und Gewalt im katholischen Europa, 1848-1914 organisiert. Für mehr Informationen:
www.ieg-mainz.de/glaubenskaempfe