Vier Wissenschaftler forschen seit 2010 am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) in Mainz zum Thema »Transfer und Transformation der Europabilder evangelischer Missionare im Kontakt mit dem Anderen, 1700–1970«. Sie untersuchen, wie Europäer außerhalb Europas seit dem 18. Jahrhundert den Kontinent ihrer Herkunft und dessen Wertvorstellungen neu wahrnahmen. Dieses Vorhaben wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Initiative »Europa von außen gesehen« gefördert. Nach vier Jahren Förderzeit kommt es 2014 zum Abschluss, was Anlass für eine dreitägige Abschlussveranstaltung vom 10. bis 12. April 2014 im IEG in Mainz gibt.
Seit dem 18. Jahrhundert verließen protestantische Europäer ihre Heimat, um christliche, »europäische« Werte an außereuropäische Kulturen zu vermitteln. In europäischen Netzwerken arbeitend, bildeten sie früh eine europäische Identität aus und gleichzeitig veränderten sich durch räumliche Distanz zu Europa und Begegnungen mit außereuropäischen Kulturen ihre Europavorstellungen. Diese Kontakte, erweitert durch die katholische Perspektive, stehen im Zentrum der Abschlussveranstaltung des BMBF-Projekts. Die Konferenz und das öffentliche Interview beantworten Fragen nach der Wirkung des Zusammentreffens unterschiedlicher religiöser, kultureller, sozialer und politischer Hintergründe und wie dies Denkkonzepte, Haltungen und Handlungsweisen veränderte.