Julia Bezold studierte Geschichte und Politikwissenschaft an den Universitäten Heidelberg und München, ergänzt durch Studienaufenthalte in den USA und Japan.
2022 erhielt sie das ConnSSharp Global Islamic Studies Fellowship und untersuchte in diesem Rahmen türkische Geschichtspolitik in der Populärkultur. In ihrer Masterarbeit analysierte sie das UWC-Internat Atlantic College in Wales als Bildungsprojekt im Kalten Krieg und zeigte, wie sich das zunächst auf die Festigung der atlantischen Gemeinschaft ausgerichtete Vorhaben in den 1960er-Jahren zu einem internationalen Verständigungsprojekt entwickelte.
Als Projektmitarbeitende im SFB Humandifferenzierung untersucht Julia Bezold Fremd- und Selbstzuordnungen von europäischen Geflüchteten in Südasien im 20. Jahrhundert. Sie analysiert, wie Geflüchtete, Behörden, transnationale Hilfsorganisationen und lokale Gesellschaften Status und Zugehörigkeit in verschiedenen Situationen aushandelten: auf der Flucht, während des Aufenthalts und nach einer möglichen Rückkehr oder Migration.
Mit ihrer Forschung trägt Julia Bezold zum SFB und zum Forschungsprofil des IEG bei, indem sie die Wechselwirkungen von Selbst- und Fremdzuordnungen vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Verfolgung, des Zweiten Weltkriegs, der kolonialen Herrschaft, des indischen Kastensystems sowie der Nationalbewegungen in Südasien herausarbeitet. Ziel des Projekts ist es, die Bedeutung von Mobilität für die Produktion, den Transfer sowie die Wandelbarkeit von Humankategorien zu erschließen.
- Europäische Zeitgeschichte
- Migrationsgeschichte
- Nachkriegsgesellschaften in Europa und Japan
- Geschichtskulturen