Prof. Dr. Anne Friedrichs
Wiss. Mitarbeiterin, beurlaubt für die Vertretung der Professur für Neuere und Neueste Geschichte an der LMU München; Leitung SFB-Teilprojekt
Seit 2018 ist Anne Friedrichs wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) in Mainz. Seit 2021 ist sie PI im SFB 1482 „Humandifferenzierung“ und leitet aktuell das Teilprojekt „Europäische Geflüchtete zwischen Südasien, Nahost und Europa im 20. Jahrhundert“. Von 2023 bis 2027 vertritt sie die Professur für Neuere und Neueste Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Anne Friedrichs studierte Kulturwissenschaften sowie Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Leipzig, ferner zeitweise Politikwissenschaft sowie Stadt- und Raumplanung an der Université Lumière Lyon 2 und am Institut d’études politiques in Lyon. Nach Forschungsaufenthalten an der Universität Cambridge und am Institut d’histoire moderne et contemporaine in Paris 2010 wurde sie mit einer Studie über die akademische Geschichtsschreibung in Großbritannien und Frankreich und deren Verhältnis zum Wandel der imperialen Nationalstaaten von 1919 bis 1968 promoviert. Das Manuskript wurde mit dem Johannes-Zilkens-Promotionspreis 2012 der Studienstiftung des deutschen Volkes ausgezeichnet. Nach einer Tätigkeit in der Hochschulleitung der Leuphana Universität Lüneburg (2010-15) folgten Aufenthalte am Deutschen Historischen Institut in Warschau und in Paris. Anne Friedrichs war wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bielefeld (2015–2018) und wissenschaftliche Assistentin an der Justus-Liebig-Universität Gießen (2017/18). Im Juli/August 2019 war sie am Wissenschaftskolleg zu Berlin und von Okt. 2019 bis Dez. 2024 als Fellow bzw. assoziierte Forscherin am Centre Marc Bloch. 2023 hat sie sich mit einer Arbeit zu „Zugehörigkeit im Wandel. Eine europäische Gesellschaftsgeschichte der ‚Ruhrpolen‘, 1860-1950“ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz habilitiert
- Geschichte Europas in globalen, imperialen und postkolonialen Bezügen (19.–21. Jahrhundert)
- Geschichte der Migration, Mobilität und Sesshaftigkeit
- Historiographie-, Wissenschafts- und Wissensgeschichte
- Mikrogeschichte
- SFB 1482 Humandifferenzierung
- Kommission zum Leitthema „Migration“ der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste
- Tracer les limites des sociétés dans une perspective transeuropéenne : Les „Polonais de la Ruhr“ à la fin du XIXe et au début du XXe siècle’, in: Annales. Histoire, Sciences Sociales 76 (2021), H. 3, S. 489–529.
- (Hg. mit Margit Fauser und Levke Harders), Migrations and Border Processes: Politics and Practices of Belonging and Exclusion from the 19th to the 21st Century = Journal of Borderlands Studies 43 (2019), H. 4. Unveränderter Neuabdruck, London: Routledge 2021. Paperback 2023.
- (Hg.), Migration, Mobilität und Sesshaftigkeit = Geschichte und Gesellschaft 44 (2018), H. 2.
- Zwischen Nationalisierung und Universalisierung: Die britische und die französische Geschichtswissenschaft im Vergleich (1919–1939), in: Historische Zeitschrift 304 (2017), H. 1, S. 90–122.
- Das Empire als Aufgabe des Historikers: Historiographie in imperialen Nationalstaaten. Großbritannien und Frankreich 1919–1968, Frankfurt a. M.: Campus 2011 (ausgezeichnet mit dem Johannes Zilkens-Promotionspreis 2012 der Studienstiftung des deutschen Volkes).
