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Podiumsdiskussion »Die unbekannten Politikverhandler im Umbruch Europas« zur Rolle der Staatssekretäre der letzten DDR-Regierung


Das Leibniz–Institut für Europäische Geschichte in Mainz (IEG) und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Berlin, laden gemeinsam ein: Podiumsdiskussion: »Die unbekannten Politikverhandler im Umbruch Europas« zur Rolle der Staatssekretäre der letzten DDR-Regierung
Termin: 26. September 2022, 18:00 Uhr
Ort: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Kronenstraße 5, 10117 Berlin

Mainz/Berlin – Sie war nur 173 Tage im Amt: Am 12. April 1990 verständigten sich die Gewinner der ersten freien Volkskammerwahl in der DDR auf die Bildung einer Koalitionsregierung. Sie verhandelte mit der Bundesregierung den Weg zur Einheit. Die Staatssekretäre dieser Regierung sind in Öffentlichkeit und Geschichtswissenschaften kaum als Akteure des politischen Transformations- und Vereinigungsprozesses der DDR 1990 bewusst. Dabei sind sie wichtige Zeitzeugen der friedlichen und demokratischen Transformation der DDR.

Die Podiumsdiskussion »Die unbekannten Politikverhandler im Umbruch Europas« am 26. September in Berlin schließt das gleichnamige Projekt ab. Das Projekt des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte (IEG) Mainz wurde gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Das Projekt wirft mit Zeitzeugeninterviews ein Licht auf die
turbulente Amtszeit der letzten DDR-Regierung und sichert gleichzeitig wichtige Quellen. Dazu wurden fünf ausführliche Zeitzeugeninterviews mit fünf Staatssekretärinnen und Staatssekretären der einzigen demokratisch legitimierten DDR-Regierung geführt.
Als Experten wussten die Staatssekretärinnen und Staatssekretäre in ihren jeweiligen Bereichen bestens über vorhandene Defizite, Probleme und Herausforderungen Bescheid – und auch über bis dahin von der SED-Diktatur unter Verschluss gehaltene Akten. Was waren ihre politischen Vorstellungen und Anliegen, für die sie sich bis zum 3. Oktober 1990 einsetzten? Was wollten sie in deutsch-deutschen und internationalen Verhandlungen zu einem »guten Ende« führen, was wollten sie gestalten, aus der DDR-Zeit bewahren und mit in die deutsche Einheit mitbringen? Wo gelang das und mit welchen Resultaten; wo ergaben sich Handlungsspielräume, wo scheiterten sie? In der Veranstaltung werden Ausschnitte aus den Zeitzeugeninterviews gezeigt und auf dem Podium in der Diskussion mit drei ehemaligen Staatssekretärinnen und Staatssekretären vertieft.
Es moderieren IEG-Direktor Prof. Dr. Johannes Paulmann und Prof. Dr. Katharina Kunter, Universität Helsinki. Die Ergebnisse des Projekts erscheinen Anfang 2023 in der Publikationsreihe der VIEG.

Podiumsdiskussion: Die unbekannten Politikverhandler im Umbruch Europas. Zeitzeugeninterviews mit ausgewählten Staatssekretären der letzten DDR-Regierung 1990
Gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz
26. September 2022 | 18:00 Uhr
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur | Kronenstraße 5 | 10117 Berlin
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.
Die Veranstaltung wird im Livestream bei YouTube übertragen: https://youtu.be/z7ikti3RG4