Mainz, 25.03.2025 – Das Leibniz-Institut für europäische Geschichte (IEG) in Mainz lädt ein zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion am Donnerstag, 3. April, um 18:00 Uhr. Renommierte Historikerinnen und Historiker diskutieren, warum es in Deutschland historische Forschung außerhalb der Universitäten gibt. Welche Rolle spielt dabei die Aufarbeitung der umstrittenen eigenen Vergangenheit, und welchen Herausforderungen muss sich eine international orientierte Geschichtsforschung stellen.
Vor 75 Jahren wurde in Mainz das Institut für Europäische Geschichte gegründet. Sein Auftrag ging über die Erforschung der europäischen Vergangenheit hinaus: Das Institut sollte dazu beitragen, die historisch gewachsenen nationalen und konfessionellen Konflikte zwischen den europäischen Staaten und ihren Völkern, insbesondere im deutsch-französischen Verhältnis, zu überwinden. Neben dem Mainzer Institut wurden nach 1949 eine Reihe weiterer Forschungseinrichtungen außerhalb der Universitäten gegründet, die sich bis heute mit der deutschen Geschichte aus europäischer und internationaler Perspektive beschäftigen.
Warum wollten und sollten sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Verständigung und eine europäische Perspektive engagieren und warum würde die Politik dafür Geld bereitstellen? Welche gesellschaftliche Funktion und welchen geschichtspolitischen Auftrag hat die Geschichtswissenschaft über die reine Wissenschaft hinaus? Was bedeutet der Gründungsimpuls außeruniversitärer Institute nach 1949 – und weiterer Institute in den neuen Bundesländern nach 1989 – für die Wissenschaft heute? Und schließlich: Welche Rolle spielt die Internationalisierung der außeruniversitären Forschung für ihren heutigen Auftrag?
Diese Fragen diskutieren mit unseren Gästen die Podiumsteilnehmenden
– Dr. Jasper Heinzen (University of York, Großbritannien)
– Dr. Krijn Thijs (Deutschland-Institut Amsterdam, Niederlande)
– Prof. Dr. Nicole Reinhard (Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Mainz)
– Prof. Dr. Martin Sabrow (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam)
Das Gespräch moderiert PD Dr. Gregor Feindt (Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Mainz).
Podiumsdiskussion am 03.04.2025, 18:00 Uhr, im Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG), Alte Universitätsstraße 19, 55116 Mainz, www.ieg-mainz.de
Die Podiumsdiskussion ist Teil der Konferenz »Deutsche Geschichte, europäische Zukunft? Vom Wert einer umkämpften Vergangenheit für die außeruniversitäre Forschung nach 1949 und 1989«, die vom 2. bis 4. April am IEG im Rahmen des Leibniz-Forschungsverbundes Wert der Vergangenheit stattfindet. Gut 20 Expertinnen und Experten diskutieren in Vorträgen und Gesprächsrunden, wie die “Aufarbeitung” der umstrittenen Vergangenheit die außeruniversitäre historische Forschung in der Bundesrepublik nach 1949 und im vereinigten Deutschland nach 1990 legitimieren sollte.
Weitere Informationen: https://www.ieg-mainz.de/institut/termine-und-presse/veranstaltungen
Das IEG
Das IEG ist ein selbstständiges außeruniversitäres Forschungsinstitut und seit 2012 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Seine Aufgabe ist die wissenschaftliche Erforschung der europäischen Geschichte. Es betreibt und fördert Forschungen zu den politischen, sozialen, religiösen und kulturellen Grundlagen Europas in der Neuzeit und befasst sich mit aktuellen Entwicklungen in den Digital Humanities. Seine Beschäftigten forschen sowohl in Einzel- als auch Gemeinschaftsvorhaben sowie mit internationalem wissenschaftlichem Nachwuchs, den es durch sein angesehenes Stipendien- und Gästeprogramm fördert.
Pressekontakt:
Dr. Juliane Schwoch, Telefon: +49 6131 39 39 343, E-Mail: schwoch@ieg-mainz.de