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Die Jakobiten am Exil-Hof der Stuarts in Saint-Germain-en-Laye 1688/89 bis 1712

Sonja Wimschulte

Die Jakobiten am Exil-Hof der Stuarts in Saint-Germain-en-Laye 1688/89 bis 1712

Migration, Exilerfahrung und Sinnstiftung
Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte, Mainz, 244: Abt. Abendländische Religionsgeschichte
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2018
ISBN: 978-3-525-10148-3

Die Migration der Jakobiten, der Anhänger der exilierten Dynastie der Stuarts, von den Britischen Inseln war eine der größten Auswanderungsbewegungen des ausgehenden 17. Jahrhunderts. Anders als jedoch bei den meisten Massenmigrationen dieser Zeit waren die Migranten nicht Protestanten, wie etwa die französischen Hugenotten, sondern mehrheitlich Katholiken. Der Migration zugrunde lag die sogenannte ‚Glorreiche Revolution‘ 1688/89, in welcher der katholische König Jakob II./VII. von England, Irland und Schottland seinen Thron verlor und nach Frankreich ins Exil flüchtete. Doch nahm die Konfession der Jakobiten eine ähnlich zentrale Rolle bei der Migration ein wie bei den protestantischen Konfessionsmigranten? Waren die Jakobiten religiöse Flüchtlinge?Die Studie geht diesen und anderen Fragen nach, indem die Migration an den Exil-Hof der Stuarts in Saint-Germain-en-Laye, dem politischen Zentrum der Auswanderung, in den Blick genommen wird. Es werden die Erfahrungen und Wahrnehmungen der Hofangehörigen bei der Migration und während des Aufenthaltes am Exil-Hof untersucht sowie die Art und Weise, den Aufenthalt zu deuten und diesem einen Sinn zuzuschreiben. So wird nicht nur aufgezeigt, inwiefern die Migration von der Tradition des Antikatholizismus auf den Britischen Inseln beeinflusst war, sondern auch, wie die Stuarts unter den Bedingungen des Exils die Loyalität ihrer Anhänger aufrechtzuerhalten versuchten.

The study analyses the experience, perception and creation of sense established by the migration of the Jacobites, the followers of the exiled King James II/VII from England, Ireland and Scotland to his exiled court in Saint-Germain-en-Laye in France. On the one hand the work discusses the role of anti-Catholicism on the British Isles for the migration and stay in exile while, on the other hand, it shows the Stuarts’ difficulties in maintaining and the strategies to preserve their adherents’ loyalty in exile throughout this time of political uncertainty.