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Bildungsräume

Dieses Projekt bündelte verschiedene Aktivitäten, deren gemeinsames Thema raumbezogene Aspekte der religiösen Bildungs- und Wissenschaftsgeschichte in der Moderne waren. Der Schwerpunkt diente insbesondere der Theoriereflexion, der interdisziplinären Zusammenarbeit und der Integration von Stipendiatinnen und Stipendiaten des IEG. Als besonders untersuchenswert stellte sich die Frage nach der Dialektik zwischen nationaler und transnationaler Ebene im europäischen und globalen Bildungssektor heraus: Während innerhalb nationalstaatlicher Grenzen meist auf zentralisierte und homogenisierte Bildungssysteme hingearbeitet wurde, kam es gleichzeitig zu intensivem Kontakt, zu Kommunikation zwischen und gegenseitiger Beobachtung von Bildungsexperten und -institutionen über Staatsgrenzen hinweg. Ziel der Auseinandersetzung mit alternativen Konzepten war einerseits die Perfektionierung des heimischen Systems, andererseits aber auch das Interesse an internationaler Durchsetzung der eigenen Maßstäbe. Die Verstetigung dieser Kontakte und des Wissenstransfers, so die These, führte zur zeitweiligen Existenz “transnationaler Bildungsräume”, die in Form personaler Netzwerke, medialer Repräsentation und Rezeption, institutioneller Kooperation sowie durch die Schaffung oder die Nutzung internationaler Foren konstituiert wurden. Bildungswissen, so das vorläufige Fazit, wurde in der Moderne auf neue Art und Weise verwissenschaftlicht, politisiert und praktisch-organisatorisch angeeignet.

Project duration: 2007-2013
Project members:
  • Johannes Wischmeyer