Concordia. [JHWH.] Christliche, Widerholete, einmütige Bekentnüs nachbenanter Churfürsten, Fürsten und Stende Augspurgischer Confession und derselben Theologen Lere und glaubens: Mit angeheffter, in Gottes wort als der einigen Richtschnur wolgegründter erklerung etlicher Artickel, bey welchen nach D. Martin Luthers seligen absterben Disputation und streit vorgefallen. Aus einhelliger vergleichung und bevehl obgedachter Churfürsten, Fürsten und Stenden derselben Landen, Kirchen, Schulen und Nachkommen zum underricht und warnung in Druck vorfertiget. Mit Churf. G. zu Sachsen befreihung. Dreßden. M.D. LXXX.
So lautet der vollständige Titel des deutschen Konkordienbuchs von 1580 (authentische lateinische Ausgabe Leipzig 1584). Es enthält – nach einer Vorrede – die drei Altkirchlichen Symbole (Apostolicum, Nicaenum und Athanasianum), die Confessio Augustana, die Apologie der Confessio Augustana, die Schmalkaldischen Artikel, den – auf Philipp Melanchthon zurückgehenden – Tractatus de potestate et primatu Papae, den Kleinen und Großen Katechismus Martin Luthers sowie als letztes und ausführlichstes Stück die Konkordienformel.
Das Konkordienbuch sollte die insbesondere nach dem Schmalkaldischen Krieg und dem Interim von 1548 ausgebrochenen innerprotestantischen Streitigkeiten befrieden und die Evangelischen – auch auf europäischer Ebene – erneut unter einem Bekenntnis einen. Die erste wissenschaftliche Edition dieser Texte erschien 1930 und erfuhr seitdem zahlreiche Nachdrucke. Die Neuedition spiegelt die aktuelle Forschungslage zu den einzelnen Schriften wider, die sowohl in einleitenden Texten als auch durch Erklärungen und Hinweise zum Inhalt im sachlichen Apparat vermittelt wird.
- Irene Dingel (Projektleitung)
- Marion Bechtold-Mayer
- Hans-Otto Schneider