Ein von Juden und Christen gemeinsam geteiltes Feindbild war das biblische Amalek. Dem von Esau abstammenden Volk der Amalekiter hatte Gott ›ewige Feindschaft‹ geschworen und dessen Auslöschung angeordnet. Die Verwendungen dieses Feindbildes in der Frühen Neuzeit waren jedoch unterschiedlich: Während Juden die Frage nach dem Gegenwartsbezug von Amalek den Rabbinern überließen, verwendeten Christen das biblische Feindbild aktiv für die Legitimierung von Gewalt, z.B. im Kontext frühneuzeitlicher Kolonialisierung.
In Kooperation mit der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität (Frankfurt/Main).
Der Vortrag findet statt innerhalb der Vortragsreihe »Religion und Gewalt: Eine ambivalente Beziehung in Geschichte und Gegenwart« und wird von der DFG-finanzierten und am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte angesiedelten Emmy Noether-Nachwuchsgruppe »Glaubenskämpfe: Religion und Gewalt im katholischen Europa, 1848-1914« organisiert.