Die frühere IEG-Stipendiatin Izabela Mrzygłód vom Deutschen Historischen Institut Warschau erhält den renommierten Marian-Turski-Preis für ihre Dissertation, an der sie von September 2018 bis März 2019 am IEG geforscht und geschrieben hat. Die im vergangenen Jahr auf Polnisch erschienene Monographie unter dem Titel „Universitäten im Schatten der Krise“ behandelt die politische Radikalisierung von Studentinnen und Studenten an den Universitäten Warschau und Wien in den 1930er Jahren. Sie ist in der angesehenen Reihe „Monographien der Stiftung für Polnische Wissenschaft“ erschienen.
Die in Warschau erscheinende Zeitschrift „Polityka“ zeichnet Izabela Mrzygłóds Werk mit dem Preis für historische Literatur in der Kategorie „Debüt“ für das Jahr 2025 aus, wie am 12. Mai 2026 bekannt gegeben wurde. Für den Preis, der in fünf Kategorien vergeben wird, wurden mehr als 200 Bücher begutachtet. Der Preis wird seit 1959 verliehen und ist nach dem im vergangenen Jahr verstorbenen polnischen Journalisten jüdischer Abstammung Marian Turski (geb. 1926) benannt, der den Holocaust überlebte und in mehreren Konzentrationslagern, darunter im KZ Auschwitz, inhaftiert war.
In ihrer Begründung würdigt die Jury die Arbeit von Izabela Mrzygłód als ein „ausgereiftes“ und „wegweisendes“ wissenschaftliches Werk, das sichtbar mache, dass die Wege, die nach Auschwitz führten, nicht nur in Berlin, sondern auch in Wien und Warschau ihren Ausgang nahmen. Die Universitäten fungierten dabei als Brennpunkte, an denen sich radikale Strömungen unter den Studierenden bündelten. Die Autorin analysiere treffend die damit verbundenen Prozesse, angefangen von Parolen bis hin zu physischer Gewalt.
Das IEG gratuliert Izabela Mrzygłód herzlich zu dieser Auszeichnung und freut sich über die Würdigung ihrer herausragenden Forschungsarbeit.
