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Neuerscheinung »›In viam pacis‹. Praktiken niederländischer und päpstlicher Friedensvermittlung auf den Kongressen von Münster (1643–1649) und Nimwegen (1676–1679)« von Markus Laufs


Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Band 268, 1. Auflage 2022, 384 Seiten, gebunden, Vandenhoeck & Ruprecht, ISBN: 978-3-525-31144-8, Open Access: https://doi.org/10.13109/9783666993657

Wie gestalteten sich die verschiedenen Vermittlungspraktiken, auf welche die Friedensvermittler in der Frühen Neuzeit auf den Kongressen von Münster (1643–1649) und Nimwegen (1676–1679) zurückgreifen konnten? Und wie konnten sie so die Friedensfindung unterstützen?

Auf den Namen »In viam pacis« taufte Fabio Chigi 1644 seine Kutsche. Er war der päpstliche Mediator auf dem Westfälischen Friedenskongress und mit der Namenstaufe verdeutlichte er seine Zuversicht für die bevorstehende Konfliktlösung. Gleichzeitig spielte er auf die diplomatischen Dynamiken an, die für eine Friedensfindung notwendig waren. Die neu erschienene Monographie von Markus Laufs untersucht solche Dynamiken mit einem Fokus auf der Friedensvermittlung. Sie analysiert vergleichend Praktiken von päpstlichen und niederländischen Friedensvermittlern auf den diplomatischen Kongressen von Münster (1643–1649) und Nimwegen (1676–1679).
Der Autor teilt diese Praktiken unter anderem in regulative, translative sowie diskursive Kategorien ein. Praktiken aus der ersten Kategorie waren basisgebend für eine (Ver-)Handlungsgrundlage. Die Anerkennung dieser durch die involvierten Parteien war vorausgesetzt. Beispielsweise wirkten geordnete Rahmenbedingungen regulierend, indem sie die Kongresshandlungen vor äußeren Störfaktoren schützten. Translative Praktiken dienten der Vermittlung zwischen Sendern und Empfängern von Informationen. Durch sie konnte Kommunikation erst hergestellt und aufrechterhalten werden. Bspw. wurde der Verhandlungsdiskurs in andere Sprachen übersetzt oder mündliche Beiträge verschriftlicht. Diskursive Praktiken setzten die Teilnehmenden ein, wenn sie sich mit dem Verhandlungsgegenstand mündlich oder schriftlich kommunikativ auseinandersetzten.
Der Autor zeigt mit seiner Analyse ein verdichtetes Netz an Strategien und Praktiken auf, die die Friedensvermittler flexibel nutzten und damit einen großen Beitrag bei der Konfliktlösung leisteten.

Der Autor:
Markus Laufs ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Das Buch ist gleichzeitig seine Dissertationsschrift. Sie entstand unter anderem im Rahmen eines Stipendiums am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz. Seine Forschungsschwerpunkte sind frühneuzeitliche Diplomatiegeschichte, niederländisch-italienische Perzeptionsgeschichte, transkulturelle Mobilität im frühneuzeitlichen Hessen, Materielle Kultur und ihre museale Vermittlung.

Kontakt:
Friederike Lierheimer, +49 (0)6131 3930076, lierheimer@ieg-mainz.de
Dr. Juliane Schwoch, +49 (0)6131 3939343, schwoch@ieg-mainz.de