In den Jahren 1523-1650 wurden im deutschsprachigen Raum zahlreiche Kirchenlieder gedichtet, deren Textgrundlage die biblischen Psalmen waren. Das Psalmlied erfreute sich bei Lutheranern und Calvinisten, aber auch bei Katholiken und radikaleren Gruppierungen der Reformationszeit einer großen Beliebtheit.
Seine Geschichte ist einerseits durch interkonfessionelle Kontakte, andererseits durch Abgrenzungsprozesse von anderen Konfessionen geprägt. Dr. Andrea Hofmann bietet in ihrer Studie einen Überblick über das Psalmliedrepertoire der Reformationszeit. Sie fragt nach seiner Entstehung, musikalischer und textlicher Gestalt und nach konfessionellen Eigenarten. Die Ergebnisse tragen dazu bei, den Prozess der Konfessionalisierung anhand dieser kulturprägenden reformatorischen Gattung weiterführend zu diskutieren.
Dr. Andrea Hofmann arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am IEG. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen u.a. die Bereiche Kirchenlieder der Reformationszeit sowie Theologie im Ersten Weltkrieg.

Andrea Hofmann
Psalmenrezeption in reformatorischem Liedgut
Entstehung, Gestalt und konfessionelle Eigenarten des Psalmliedes,1523–1650
Evangelische Verlagsanstalt
Arbeiten zur Kirchen- und Theologiegeschichte, 45
2015, ca. 368 Seiten | 15,5 x 23 cm, Hardcover | Fadenheftung
ISBN 978-3-374-04065-0
68,00 EUR