Frieden durch Sprache?
Dass weitreichende historische Effekte durch Sprache und Übersetzungen entstehen können, ist durch die Bibelübersetzung Martin Luthers gut bekannt. Politische Prozesse sogar komplexer moderner Gesellschaften werden durch Translationen – hierzu gehören auch Defizite wie kommunikative Missverständnisse – gesteuert. Wie wurde Frieden zwischen den Dynastien und Gemeinwesen sprachlich vermittelt? Welche politische und kulturelle Funktion besaß Sprache bei Friedenswahrung und Friedensstiftung? Zwar existieren bereits vereinzelt Studien zur vormodernen Verhandlungstechnik und -strategie. Doch die kommunikative Dimension von Friedensverhandlungen in der frühen Neuzeit wurde noch nicht systematisch untersucht. Die Beiträge des Sammelbandes „Frieden durch Sprache?“ widmen sich daher dieser komplexen Fragestellung und erörtern einzelne relevante Aspekte.