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Frühjahrstagungen zur Wittenberger Reformation

Die Entfaltung der Reformation mit ihren europäischen Wirkungen ist nicht auf einen einzelnen Akteur, nämlich den Reformator Martin Luther, zurückzuführen, sondern bedurfte weiterer Multiplikatoren. In Wittenberg hatte sich schon früh ein Reformatorennetzwerk gebildet, dessen Mitglieder in jeweils spezifischer Weise zur theologischen Profilbildung der Reformation und ihrer Ausstrahlung über die Grenzen der Stadt und des Kurfürstentums Sachsen hinaus beitrugen. Neben Luther kam Philipp Melanchthon eine herausragende Rolle zu; ein weiterer einflussreicher Akteur war Johannes Bugenhagen. Auch Nikolaus von Amsdorf, Justus Jonas, Johann Agricola, Caspar Cruciger, Georg Rörer, Georg Major und der Künstler Lucas Cranach d. Ä. trugen jeweils auf ihre Weise zur Entwicklung und charakteristischen Ausprägung der Reformation bei und entwickelten dabei durchaus eigenständige theologische Profile.

Hier setzen die Wittenberger Frühjahrstagungen an. Es geht ihnen weniger um Bestandsaufnahme und „Bestandssicherung“ bestehender Forschung, als vielmehr um eine forschungsperspektivisch neue Erschließung personen- und theologiegeschichtlicher Quellen im Kontext der historisch-politischen Entwicklungen, gesellschaftlichen Konstellationen und alltagsgeschichtlichen Bedingungen. Die regelmäßig im März in der Leucorea in Lutherstadt Wittenberg stattfindenden Konferenzen verstehen sich als „Arbeitsgespräche“, die zur Erprobung neuer Zugänge und zu offener interdisziplinärer Diskussion Gelegenheit bieten.

Projektlaufzeit: 2000-2023
Projektbeteiligte:
  • Irene Dingel (Projektleitung in Kooperation mit Armin Kohnle, Universität Leipzig)