Aus aktuellem Anlass verweisen wir auf die Studie von Sarah Mehlmer
„Grenzleben in Ceuta und Melilla. Perzeption und Praktiken der Differenzierung um 1860“,
die 2024 in der Reihe Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz (Vandenhoeck & Ruprecht) publiziert wurde.
Die mikrogeschichtliche Untersuchung bietet überraschende Einblicke in das Handeln spanischer Akteure in den Enklaven Melilla und Ceuta. In diesen war das Leben im ausgehenden 19. Jahrhundert nicht nur von zahlreichen Gegensätzen und Konflikten, sondern immer wieder auch von Kontakt und Kooperation geprägt.
Diese Region zwischen Europa und Afrika, Spanien und Marokko, Christentum und Islam, schien aufgrund ihrer besonderen Lage enormes Konfliktpotenzial zu bergen. Und doch war es gerade die Grenzlage, die nicht nur für Konfrontation und Abschottung sorgte, sondern vielmehr auch die Etablierung von Strategien zur Konfliktbeilegung notwendig machte und grenzüberschreitende Kontakte begünstigte.
Sarah Mehlmers Studie liefert nicht nur eine neue Einordnung und neue Perspektiven auf diese Region und ihr besonderes Spannungsfeld, sondern sie zeigt vor dem Hintergrund des aktuellen Geschehens auch den Stellenwert geschichtlicher Grundlagenforschung und die Komplexität gesamthistorischer Kontexte auf.
Die Studie ist frei zugänglich unter folgendem Link: 10.13109/9783666302985
Sarah Mehlmer:
Grenzleben in Ceuta und Melilla
Perzeption und Praktiken der Differenzierung um 1860
Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte, Mainz, 272
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2024
ISBN: 978-3-525-30298-9
DOI: 10.13109/9783666302985