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Pressemitteilung: Andrea Wulf: Georg Forster war „seiner Zeit weit voraus“


Gesellschaft

Mainz, 28. September 2026. Weltreisender, Naturforscher, Verfechter der Menschenrechte und Revolutionär: Georg Forster (1754–1794) gehört zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Mainzer Geschichte. Am Mittwoch, 30. September 2026, kommt die deutsch-britische Autorin nach Mainz, um ihr nun auch auf Deutsch erscheinendes Werk über Forster in der Stadt seines Wirkens vorzustellen.

Von 1788 bis 1793 wirkte Forster als Bibliothekar in Mainz. In den revolutionären Umbrüchen der 1790er-Jahre engagierte er sich für die Mainzer Republik. Bereits als Jugendlicher hatte er gemeinsam mit seinem Vater an James Cooks zweiter Weltumsegelung teilgenommen und seine Erfahrungen im Pazifik anschließend in einem vielbeachteten Reisebericht verarbeitet. Die Gleichheit der Menschen und sein Blick auf unterschiedliche Kulturen beschäftigten ihn ebenso wie die politischen Ideen der Aufklärung. Sein wissenschaftliches, publizistisches und politisches Wirken machte ihn zu einer außergewöhnlichen Figur seiner Zeit.

Für Andrea Wulf liegt gerade darin die Aktualität Forsters. Bei der Arbeit an ihrer Biografie Der Reisende. Georg Forster und die Entdeckung der Menschlichkeit habe sie immer wieder überrascht, wie modern manche seiner Überzeugungen wirken: „Seine Ansichten, Ideen und Schriften haben mich immer wieder überrascht.“ Forster habe sich nicht nur früh für Menschenrechte eingesetzt, sondern auch für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. „Heute würden wir ihn als einen Feministen bezeichnen“, so Wulf.

Andrea Wulf zeichnet dieses Leben in ihrer im September 2026 im Bertelsmann Verlag erscheinenden Biografie nach. Die in London lebende Autorin schreibt historische Sachbücher für ein internationales Publikum. Mit „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ gelang ihr bereits ein internationaler Bestseller.

Der Vortrag findet in deutscher Sprache am Mittwoch, 30. September 2026, um 18:30 Uhr im Naturhistorischen Museum Mainz, Reichklarastraße 1, statt.

Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG), dem Sonderforschungsbereich 1482 „Humandifferenzierung“ der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und dem Naturhistorischen Museum Mainz ausgerichtet.

Zum IEG

Das IEG ist ein selbstständiges außeruniversitäres Forschungsinstitut in Mainz. Seine Aufgabe ist die wissenschaftliche Erforschung der europäischen Geschichte. Es erfüllt diese Aufgabe durch Einzel- und Gemeinschaftsvorhaben seiner Beschäftigten sowie der in- und ausländischen Forschungsstipendiatinnen und -stipendiaten. Seit 2012 ist das Institut Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Kontakt

Presse: Lia Börsch, +49 (0)6131 39 39343, boersch@ieg-mainz.de