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Elisa Heuser


  PhD Fellow
Home institution: University of Tübingen
Time at IEG: 2026, 2027
Funding: IEG Fellowship
Research topic: Schaufastende Frauen im 19. Jahrhundert in Deutschland, Großbritannien und den USA. Performance und Politiken des Wunders
  "In der Promotion wird das Phänomen der „wundersamen“ Schaufastenden Frauen (Fasting Girls) im 19. Jahrhundert in Deutschland, Großbritannien und den USA kulturhistorisch untersucht. Diese Frauen behaupteten, über Monate oder Jahre auf Nahrung zu verzichten, und erlangten internationale Aufmerksamkeit von Journalisten, Ärzten, Klerikern, Juristen und einem breiten Publikum. Ihre Aussagen wurden durch Beobachtungen überprüft, durch welche manche als Betrügerinnen entlarvt, andere als „Wunder“ anerkannt wurden. Sie wurden zu Attraktionen in ihren Heimen, anders als männliche Hungerkünstler, die sich öffentlich auf Jahrmärkten oder in Restaurants inszenierten. Das Phänomen dient als Beispiel für Transformationsprozesse in Religion, Medizin und Unterhaltung. Verschiedene Akteure stritten um die Deutungshoheit über diese „Grenzgängerinnen“. Während Ärzte teils gegen die Frauen polemisierten, wurden diese Mediziner und andere Akteur:innen durch die Frauen instrumentalisiert. Die Frauen waren oftmals ihren Familien oder Promotern untergeordnet, konnten jedoch symbolisches und ökonomisches Kapital erlangen. Der Fokus der Arbeit liegt auf dem weiblichen Körper als Konfliktfeld für Körper-, Geschlechter- und Normalitätsnormen sowie auf der Inszenierung der Frauen als Unterhaltungsphänomene. Das Verhalten der Frauen provozierte Bewunderung als auch Kritik. Es überschritt Grenzen von Sittlichkeit, Wissen und Rationalität."