Anhand ausgewählter Beispiele wird untersucht, welche religiöse, gesellschaftliche und wirtschaftliche Rolle die Institution der Pilgerfahrt für die Christen des Orients vom 6. bis zum 8. Jahrhundert hatte. Die theologische Diskussion um dieses gerade für die arabische Christenheit typische Verhalten wird aufgrund der Originalquellen rekonstruiert und dargestellt. Nach der islamischen Eroberung des Orients werden die christlichen Pilgerstätte weiterhin auch von nun muslimisch gewordenen Arabern besucht, was neue Strukturen erfordert, um die Unterscheidung der religiösen Gruppen deutlich zu machen und Identitäten zu schützen.
Die Vortragsreihe wird vom Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz: Byzanz zwischen Orient und Okzident getragen, einer seit 2011 bestehenden Kooperation zwischen dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum, der Johannes Gutenberg-Universität, dem Leibniz-Institut für Europäische Geschichte sowie den Landesmuseen Mainz und Trier. Ziel ist es, in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit Forschungen zum Byzantinischen Reich, seiner Geschichte, Kultur, Kunst und materiellen Hinterlassenschaft durchzuführen und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Die Vortragsreihe beleuchtet aktuelle Forschungsfragen und richtet sich sowohl an Fachleute wie auch die breite Öffentlichkeit.
Kontakt:
PD Dr. Mihai-D. Grigore
grigore@ieg-mainz.de
+49 (0) 6131-3939 474