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10 Jahre mainzed – ein Netzwerk als Brücke zwischen Geisteswissenschaft, Informatik und Gesellschaft


Mainz, 10.11.2025 – Vor 10 Jahren, am 6. November 2015 wurde das Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften (mainzed) gegründet. Sechs Mainzer Wissenschaftseinrichtungen bringen seither die Digital Humanities in der Region an der Schnittstelle von Forschung, Lehre und Transfer voran.

Seit zehn Jahren bündelt das Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften (mainzed) die Kompetenzen von sechs Mainzer Wissenschaftseinrichtungen an der Schnittstelle von Forschung, Lehre und Transfer. Das Netzwerk hat sich in dieser Zeit zu einer zentralen Stimme der Digital Humanities entwickelt – und prägt die digitale Forschungskultur weit über Mainz hinaus.

Das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) in Mainz ist Gründungsmitglied des Verbunds und mit seinem DH Lab ein zentraler Partner. Das DH Lab am IEG entwickelt und erprobt kontinuierlich digitale Werkzeuge und Methoden in explorativen, kollaborativen Forschungsumgebungen. Durch die Integration informatischer Verfahren in geschichtswissenschaftliche Fragestellungen trägt es maßgeblich zur Ausbildung einer digitalen Hermeneutik bei. Der Arbeitsbereich „Digitalität der historischen Forschung“ des IEG führt alle Aktivitäten dieses vielfältigen Forschungsspektrums am IEG zusammen. Disziplinär und institutionell erweitert, bedient auch das Netzwerk des mainzed diese Formen des Austausches und der Zusammenführung.

Darüber hinaus ist das DH Lab international vernetzt und engagiert sich in der Vermittlung digitaler Kompetenzen, unter anderem im von mainzed initiierten, hochschulübergreifenden Masterstudiengang „Digitale Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften“. Johannes Paulmann, Direktor des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte (IEG), sagt dazu: „Die Zusammenarbeit mit mainzed eröffnet dem IEG neue Wege, historische Forschung digital zu denken und umzusetzen. Studierende bringen durch ihre Praxisprojekte am IEG neue Perspektiven und methodische Kompetenz in laufende Forschungsvorhaben ein. Das zeigt, wie eng Lehre, Forschung und Digitalisierung heute zusammenspielen.“

Forschung am mainzed: Infrastruktur für die digitalen Geisteswissenschaften
Die institutionell vernetzten Aktivitäten im Rahmen des mainzed etablierten ein interdisziplinäres Profil in digitalen Methoden, Datenmanagement und geisteswissenschaftlicher Forschung in Mainz. Sie legten auch die Grundlage für die Mitwirkung in der nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Drei Partner:innen des mainzed wirken heute in zentralen Positionen an NFDI4Objects, NFDI4Culture und NFDI4Memory mit, die sich der Sicherung und Nachnutzung von Forschungsdaten aus dem materiellen und immateriellen Kulturerbe sowie der Geschichtswissenschaft auf nationaler Ebene und darüber hinaus widmen. Das IEG ist antragstellende Institution von NFDI4Memory und stellt mit seinem Direktor Prof. Dr. Johannes Paulmann den Sprecher des Konsortiums. Es steuert mit der Geschäftsführung und dem Koordinationsbüro im IEG das Arbeitsprogramm und gestaltet es über die Beteiligung des DH Lab inhaltlich mit.

Lehre des mainzd: Digitale Methodik als Studienangebot
Ein zentrales Ergebnis der vergangenen Dekade sind die Konzeption und Durchführung des hochschulübergreifenden Masterstudiengangs Digitale Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften, der seit 2016 von den mainzed-Partnern getragen wird. Der Studiengang ist deutschlandweit einzigartig: Es werden an der Hochschule Mainz und der Johannes Gutenberg-Universität Fachwissenschaftler:innen ausgebildet, die digitale Verfahren in den Geisteswissenschaften nicht nur anwenden, sondern kritisch reflektieren und weiterentwickeln können. Mehr als 70 Absolvent:innen haben das Studium bereits erfolgreich abgeschlossen und arbeiten heute in renommierten Forschungsprojekten und Gedächtnisorganisationen sowie in der freien Wirtschaft.

Transfer des mainzed: Austausch und Öffentlichkeit
mainzed versteht sich auch als Plattform für den wissenschaftlichen Dialog und gesellschaftlichen Wissenstransfer. Mit Formaten wie den annähernd jährlich stattfindenden Veranstaltungen mainzedZWEI##, öffentlichen Ringvorlesungen und thematischen Workshops hat das Zentrum in den vergangenen Jahren kontinuierlich Diskussionsräume in der Region geschaffen, in denen Wissenschaft, Kulturinstitutionen und Öffentlichkeit miteinander ins Gespräch kommen.

Im Rahmen von mainzedZWEI26 im Frühjahr des kommenden Jahres wird das Jubiläum 10 Jahre mainzed gefeiert.

Zitate von mainzed-Partnern:
Allgemein zu mainzed
Kai-Christian Bruhn, Direktor des mainzed
„Als wir anfingen, waren wir eine Handvoll Forschende verteilt auf sechs Institutionen. Seither haben sich die mainzed-Partner alle auf die digitale Transformation eingestellt und dabei voneinander profitieren können. Zehn Jahre später zählen wir mehr als fünfzig Menschen, die über das mainzed vernetzt sind“.

Zu den NFDI-Konsortien
Johannes Paulmann, Sprecher von NFDI4Memory und Direktor des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte (IEG)
„Mit dem DH Lab und NFDI4Memory haben wir in den letzten Jahren die Digitalität im IEG etabliert. Die vielen Mitarbeitenden, die auch aus dem Ausland zu uns gekommen sind, finden im mainzed-Netzwerk ein ideales Umfeld.“
Torsten Schrade, Leiter der Digitalen Akademie in Mainz und Sprecher NFDI4Culture
„Im mainzed waren dezentrale und aus der Praxis heraus entwickelte institutionsübergreifende Vorhaben bereits angelegt. Unsere Erfahrungen daraus haben den Aufbau der NFDI-Konsortien gestützt.“

Zu der Lehre:
Torsten Schrade, Leiter der Digitalen Akademie in Mainz
„Die International Summer School ist jedes Jahr der Auftakt für eine neue Generation von Studierenden, die in die digitalen Geisteswissenschaften einsteigen. An der Akademie der Wissenschaften und der Literatur erleben sie, wie vielfältig und interdisziplinär das Feld ist und dass Digitalität vor allem durch Zusammenarbeit lebendig wird.“
Gerhard Lauer, stellvertretender Direktor des mainzed und Inhaber des Gutenberg-Lehrstuhls für Buchwissenschaft an der JGU
„Die Studierenden lernen, Brücken zwischen geisteswissenschaftlichen Fragestellungen und digitalen Werkzeugen zu schlagen – das ist die Grundlage für aktuelle und künftige Forschung“.

Zum Transfer:
Alexandra Busch, Generaldirektorin des LEIZA
„Das LEIZA war mehrfach Gastgeber zentraler mainzed-Veranstaltungen. mainzed hat dazu beigetragen, dass wir unsere Sammlungen, Daten und Erkenntnisse in einem neuen, vernetzten Kontext denken – und gemeinsam Perspektiven für die Zukunft der digitalen Archäologie entwickeln. Besonders die Querverbindungen zu anderen geisteswissenschaftlichen Disziplinen und deren digitalen Methoden bereichern die archäologische Forschung nachhaltig.“

Das mainzed wird von Kai-Christian Bruhn (Direktor), Gerhard Lauer (stellv. Direktor) und Agnes Thomas (Geschäftsführung) geleitet. Ein Beirat aus Mitgliedern der Leitungsebenen der Partner-Institutionen unterstützt und begleitet die Direktion.

Das IEG
Das IEG ist ein selbstständiges außeruniversitäres Forschungsinstitut und seit 2012 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Seine Aufgabe ist die wissenschaftliche Erforschung der europäischen Geschichte. Es betreibt und fördert Forschungen zu den politischen, sozialen, religiösen und kulturellen Grundlagen Europas in der Neuzeit und befasst sich mit aktuellen Entwicklungen in den Digital Humanities. Seine Beschäftigten forschen sowohl in Einzel- als auch Gemeinschaftsvorhaben sowie mit internationalem wissenschaftlichem Nachwuchs, den es durch sein angesehenes Stipendien- und Gästeprogramm fördert.

Pressekontakt:
Dr. Juliane Schwoch, Telefon: +49 6131 39 39 343, E-Mail: schwoch@ieg-mainz.de