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Ein winziger Holzsplitter – ein globaler Fußabdruck: Waldwirtschaftsgeschichte in einem Streichholz


Am 21. März wird weltweit der Internationale Tag der Wälder begangen. Das Motto 2026 lautet „Wälder und Wirtschaft“. Dies erinnert uns daran, dass der Wald nicht nur die „Lunge des Planeten“ ist, sondern auch zu weltweitem wirtschaftlichem Wohlstand, gesunden Wassereinzugsgebieten und nachhaltiger Entwicklung beiträgt.

Waldschutz findet nicht nur im tiefen Forst statt, sondern beginnt bereits beim Verständnis dafür, wie unsere Alltagsgegenstände mit globalen Ressourcen und Märkten verknüpft sind. Ein beeindruckendes Beispiel für eine solche Verbindung untersucht unsere Kollegin Dr. Malin Sonja Wilckens, wissenschaftliche Mitarbeiterin am IEG, in ihrem Forschungsprojekt „It’s a Match – Eine transnationale Arbeits- und Umweltgeschichte der Streichholzindustrie (1860–1960)“. Sie zeigt dabei, wie ein so kleines Objekt wie das Streichholz die Umwelt und unser Verhältnis zu natürlichen Ressourcen geprägt hat. Das Projekt macht das Zündholz als ein komplexes Symbol der industriellen Entwicklung sichtbar, in dem technische Innovationen sowie die Verantwortung gegenüber Natur und Mensch eng miteinander verflochten sind.

Da heute mehr als die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandsprodukts – etwa 44 Billionen US-Dollar – direkt oder indirekt von der Natur und damit von intakten Wäldern abhängt, sind aktive Investitionen in die Klimaresilienz der Wälder keine bloße ökologische Wahl, sondern eine strategische Garantie für globale wirtschaftliche Stabilität. Die am Beispiel der Streichholzindustrie nachgezeichnete Verwissenschaftlichung des Waldes zeigt die Ambivalenzen technologischer Entwicklungen, monokultureller Nutzung und wirtschaftlicher Nutzbarmachung.