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Herausforderungen humanitären Handelns in einer unsicheren Welt


Vortrag von Dr. Jean-Luc Blondel vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes in Genf im Leibniz-Institut für Europäische Geschichte. Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Arbeit als Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) analysierte Blondel am Dienstag, dem 20. Mai 2014, die Herausforderungen, die die wechselnde Natur heutiger Konflikte für das humanitäre Handeln darstellen. Blondel zeichnet sowohl die »alten« Konflikte nach, wie die im Nahen Osten, benennt aber auch neue Krisengebiete und damit Einsatzfelder humanitären Handelns, wie in der Ukraine oder in Thailand. Beides – Vergangenheit und Gegenwart humanitären Handelns – verdeutlicht, dass ein Maximum an Flexibilität und an kreativen Initiativen notwendig ist, um Zivilisten und anderen Opfern von Gewalt rechtzeitig und effizient zu helfen.

Es sind diese Herausforderungen, die dem IKRK als weltweit handelnde Organisation eine kontinuierliche Anpassungsfähigkeit abverlangen. Es geht dabei sowohl um Fragen der Entwicklung und Anwendung des humanitären Völkerrechts als auch um Fragen der operationellen Antwort zum Nutzen der Zivilbevölkerung und der Gefangenen. Das IKRK übt dazu regelmäßig Kritik an Staaten und »Kriegsherren« und erinnert diese an ihre eigene humanitäre Verantwortung. Gleichzeitig muss es die Möglichkeit zum direkten Gespräch mit den verschiedenen Parteien bewahren, um den Zugang zu Menschen in Not und Gefahr aufrecht zu halten oder neu zu verhandeln. Um hierbei der großen Anzahl von teilweise konkurrierenden Akteuren auf dem Gebiet der humanitären Hilfe zu begegnen, zeigt das IKRK stets ein hohes Niveau an Verantwortung, Transparenz und effizienter Leistung. Dies verlangt nicht zuletzt die besondere Form der Finanzierung durch freiwillige Spenden.