Herausgegeben von Nicholas John Williams und Christoph Picker
Vergebung von Unentschuldbarem: Was führte nach 1945 dazu, dass die evangelische Kirche sich so intensiv um NS-Täter kümmerte? Und welche Rolle – wenn überhaupt – spielten die Opfer? Dieses Buch beleuchtet mit seinen Beiträgen regionale und internationale Netzwerke der kirchlichen Unterstützung von NS-Tätern nach 1945 und untersucht auch die Rollen einzelner Akteure sowie deren Motivation für ihr Handeln.
Ebenso werden sowohl die Erklärungen und Rechtfertigungen von Priestern für das Handeln von nationalsozialistischen Tätern als auch deren Rechtfertigungen analysiert, wenn sie sich selbst schuldig gemacht haben. Hierbei werden nicht nur offizielle Äußerungen, die etwa im Zuge von Gerichtsprozessen öffentlich geäußert wurden, herangezogen, sondern auch innerkirchliche Positionen und Debatten betrachtet. Das erlaubt einen umfassenden Einblick in die Mentalität und Überzeugungen kirchlicher Akteure.
Im Band nehmen die Autorinnen und Autoren kritisch klischeehafte Deutungen der NS-Kirchengeschichte in den Blick und analysieren die Ereignisse auch aus systematisch-theologischer und ethischer Perspektive.
Die Herausgeber:
Dr. Nicholas John Williams war von 2018 bis 2021 Postdoc am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz und ist Leiter des Zentrums für Ostbelgische Geschichte in Eupen (Belgien).
Dr. Christoph Picker ist Direktor der Evangelischen Akademie der Pfalz.
Nicholas John Williams / Christoph Picker (Hg.), Die Kirche und die Täter nach 1945. Schuld – Seelsorge – Rechtfertigung.
Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz – Beiheft 136,
1. Auflage 2022, 192 Seiten, mit 2 Abb., gebunden, Vandenhoeck & Ruprecht
ISBN: 978-3-525-55460-9, eISBN: 978-3-666-55460-5,
Open Access: https://doi.org/10.13109/9783666554605
Kontakt: Vanessa Weber, Publikationen, E-Mail: weber@ieg-mainz.de