das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) in Mainz feiert in Kürze sein 75-jähriges Bestehen. Als außeruniversitäre Einrichtung widmet es sich seit 1950 mit seinem Forschungs- und Stipendienprogramm der Erforschung Europas und seiner globalen Bezüge seit 1500.Wir freuen uns, Sie als Medienvertreterinnen und -vertreter herzlich zu unserer Festveranstaltung mit anschließendem Empfang am Donnerstag, den 6. November 2025, um 17:00 Uhr ins Glashaus des Staatstheaters Mainz einzuladen.
Freuen Sie sich mit uns auf einen besonderen Abend! Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer wird den Festakt mit einem Grußwort eröffnen. Danach berichten die beiden Direktoren des IEG, Nicole Reinhardt und Johannes Paulmann, zusammen mit einer früheren Mitarbeiterin, Katharina Stornig, vom Wandel, den das IEG über die Jahre hinweg durchlaufen hat. Den Festvortrag hält Christopher Clark, Regius Professor of History an der Universität Cambridge. Er spricht zum Thema: „1848 im Rückspiegel – Resonanzen einer europäischen Revolution“.
Über Ihre Teilnahme und eine Berichterstattung zum Jubiläum des IEG würden wir uns freuen.
• Grußwort von Ministerpräsident Alexander Schweitzer (Rheinland-Pfalz)
• „Das IEG gestern, heute und morgen“ mit der Direktorin Prof. Dr. Nicole Reinhardt, dem Direktor Prof. Dr. Johannes Paulmann sowie Prof. Dr. Katharina Stornig (Universität Wien)
• Festvortrag von Sir Christopher Clark, Regius Professor of History an der University of Cambridge: „1848 im Rückspiegel – Resonanzen einer europäischen Revolution“Bitte teilen Sie uns bis zum 3. November 2025 per E-Mail an info@ieg-mainz.de mit, ob Sie an der Veranstaltung teilnehmen.
Fotos des IEG finden Sie auf unserer Presseseite (https://www.ieg-mainz.de/institut/presse/logos).
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Juliane Schwoch
Referentin, Kommunikation & Presse
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG)
www.ieg-mainz.de
schwoch@ieg-mainz.de
75 Jahre IEG: Zwischen Geschichte und Zukunft
Seit 1950 wird in der Alten Universität in der Mainzer Innenstadt zur europäischen Geschichte der vergangenen fünf Jahrhunderte geforscht. Das pittoreske Gebäude am „Höfchen“ hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten zu einem internationalen Knotenpunkt der Europaforschung von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart entwickelt. Hervorgegangen ist das heutige Leibniz-Institut für Europäische Geschichte aus deutsch-französischen Historikergesprächen in Speyer nach dem Zweiten Weltkrieg und der dabei artikulierten Einsicht, dass nach dem Krieg eine neue, transnationale Geschichtsschreibung für Europa vonnöten sei. Die Anfänge, die frühen Jahre und die Entwicklung bis 1990 sind inzwischen in einer virtuellen Ausstellung aufgearbeitet und nachgezeichnet.
Im Jahre 2012 erfolgte die Aufnahme des Instituts in die Leibniz-Gemeinschaft – eine der vier großen außeruniversitären Forschungsorganisationen in Deutschland neben der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft. Die Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft stellt einen zentralen Meilenstein in der Geschichte des Mainzer Instituts dar. Darin sind sich die beiden Direktoren Nicole Reinhardt und Johannes Paulmann, die das Institut mit rund 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern leiten, einig.
Johannes Paulmann, zugleich Professor für Neuere Geschichte an der JGU, ist seit 2011 im Amt und hat den Wandel hautnah miterlebt. „Mit der Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft haben wir unsere internen Strukturen gefestigt“, sagt er. Nicht nur die Zahl der Forschenden habe sich erhöht, auch der wissenschaftsunterstützende Bereich konnte deutlich ausgebaut werden. Nicole Reinhardt, seit 2022 im Amt und ebenfalls Professorin für Neuere Geschichte mit Schwerpunkt europäische Religionsgeschichte an der JGU, ergänzt, dass sich erst durch die Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft das Institut soweit institutionalisiert habe, dass es als Forschungseinrichtung unabhängiger von den Persönlichkeiten der Leitungen geworden sei. Es sei ihren beiden Vorgängern, Heinz Durchhardt und Irene Dingel, zu verdanken, schon frühzeitig das Potenzial für eine Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft erkannt und vorangetrieben zu haben.
In zahlreichen Einzel- und Verbundprojekten betreibt und fördert das IEG Forschungen zu den politischen, sozialen, religiösen und kulturellen Grundlagen Europas in der Neuzeit. Wichtige Eckdaten des IEG bilden eine eigenständige Publikationsreihe mit über 270 Bänden und ein internationales Stipendienprogramm, das mittlerweile rund 2000 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus aller Welt durchlaufen haben. Daneben ist auch das Online-Projekt „Europäische Geschichte Online“ besonders erwähnenswert, zu dem zahlreiche internationale Autorinnen und Autoren einschlägige Artikel über grundlegende Fragen der europäischen Geschichte beigetragen haben.
Angesichts vielfältiger Herausforderungen des gegenwärtigen Europas gewinnt das IEG durch seine Arbeit wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über die Grundlagen gesellschaftlichen und religiösen Zusammenlebens. Es erforscht langfristig prägende Prozesse in einer epochenübergreifenden Perspektive vom Beginn der Neuzeit bis in die Zeitgeschichte ebenso wie historische Praktiken, allmähliche Transformationen und abrupten Wandel. Europa wird als ein Wissens-, Erfahrungs- und Handlungsraum verstanden, der durch grenzüberschreitende Entwicklungen auf dem Kontinent und durch weltweite, häufig asymmetrische Vernetzungen gekennzeichnet war und immer noch ist. Die historischen Forschungen zu Europa erfassen damit zentrale Vorgänge, die bis in die Gegenwart wirken.
In seinen unterschiedlichen Veranstaltungen greift das IEG aktuelle wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Debatten der historischen Europaforschung auf und bereitet diese auf forschungsbasierter Grundlage für die allgemeine und wissenschaftlich interessierte Öffentlichkeit auf. Workshops und Podiumsdiskussionen zu aktuellen Fragen runden so das Programm des IEG ab und sprechen auch eine breite Öffentlichkeit an.
In den beiden Arbeitsbereichen „Gesellschaft“ und „Religion“ liegt ein Schwerpunkt der Forschung am IEG in den vergangenen Jahren in der Erforschung des „Umgangs mit Differenz“. Untersucht wird das Neben-, Mit- und Gegeneinander unterschiedlicher politischer und religiöser Gruppen, aber auch von divergierenden Vorstellungen von Europa. Zusammen mit der JGU ist das IEG in diesem Kontext auch am DFG-Sonderforschungsbereich 1482 „Humandifferenzierung“ beteiligt.
Neu aufgebaut wurde in den vergangenen zehn Jahren ein Arbeitsbereich zur digitalen historischen Forschung.
Das DH Lab befasst sich mit aktuellen Entwicklungen in den Digital Humanities und speziell in der digital arbeitenden Geschichtswissenschaft. Im deutschlandweiten Konsortium innerhalb der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) war das IEG zudem ein Hauptantragsteller und nimmt darüber hinaus die Sprecherfunktion für das Konsortium NFDI4Memory wahr, das den Aufbau einer langfristigen und nachhaltigen Forschungsdateninfrastruktur für historisch arbeitende Einrichtungen an Universitäten und außeruniversitären Institutionen für das digitale Zeitalter entwickelt.
Auch für die nächste Zukunft bestehen bereits Pläne für weitere Veränderungen: Der vorhandene Schwerpunkt zur Erforschung einer „europäischen Umweltgeschichte“ soll in den nächsten Jahren ausgebaut werden und sich neben den Arbeitsbereichen „Gesellschaft“, „Religion“ und „Digitales“ zu einem vierten Arbeitsbereich weiterentwickeln.
Pressekontakt:
Dr. Juliane Schwoch, Telefon: +49 6131 39 39 343, E-Mail: schwoch@ieg-mainz.de