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Neuerscheinung »Arab Feminism and Islamic History. The Transnational Life and Work of Lebanese-Syrian Writer Widad Sakakini (1913–1991)«


Autor: Manfred Sing, assoziierter Mitarbeiter des IEG
Die libanesisch-syrische Schriftstellerin Widad Sakakini (1913- 1991) ist als feministische Autorin lange übersehen worden. Dabei war sie eine Pionierin des arabischen Feminismus. Manfred Sing schließt jetzt mit seiner Studie diese Lücke.

Fasziniert ist er von dem Bestreben der Autorin bereits in jungen Jahren, Gegensätze in Einklang zu bringen. Sie versuchte in ihrem Werk immer wieder, feministische Ideen und islamische Geschichte in Einklang zu bringen. Die emanzipierte Frau sei keine neue Idee. Vielmehr sei bspw. der Harem des Propheten Muhammads, seine Frauen und Töchter, Rollenbilder der Emanzipation.

Für Widad Sakakini passt es gut zusammen, sowohl Feministin als auch Muslima zu sein, eine arabische Feministin. Ihr Werk spiegelt nicht nur den Wandel der arabischen Gesellschaften seit Beginn des 20. Jahrhunderts wider, sondern insbesondere auch die sich verändernden Geschlechterrollen.
Manfred Sing zeigt, wie Sakakini global zirkulierende feministische Anliegen aufgriff, sie in ihre lokalen Kontexte übersetzte und in der arabisch-islamischen Geschichte verwurzelte. Sowohl im Genre Kurzgeschichten als auch in feministischer Literatur war sie Pionierin. Ihre Ansichten wurden sowohl gelobt als auch kritisiert und brachten akademische Diskurse hervor, z.B. mit der berühmten ägyptischen Autorin Bint al- Shati‘.
Widad Sakakini war gebürtige Libanesin, heiratete einen syrischen Mann, lebte in Ägypten und starb in Damaskus. Manfred Sing nimmt ihr Leben außerdem als Beispiel für eine transnationale Biografie.

Über den Autor:
PD Dr. Manfred Sing vertritt zurzeit die Professur für Islamwissenschaft und Islamische Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Er ist assoziierter Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz mit einem Verbundprojekt sowie Privatdozent an der Universität Basel.